Ironman Frankfurt 2015

Die große Frodo-Show

Beim Ironman Frankfurt 2015 konnte sich Jan Frodeno gegen Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle durchsetzen. Der Olympiasieger gewann das Hitzerennen in 7:49:48 Stunden.

Ironman Frankfurt 2015 - Fotos
Jan Frodeno auf dem Rad beim Ironman Frankfurt 2015

Schnellster Schwimmer, Radler und Läufer - Jan Frodeno holte sich beim Ironman Frankfurt 2015 den Europameistertitel.

Bild: Ingo Kutsche

Heißer als beim Ironman auf Hawaii, dass das geht, hat man beim Ironman Frankfurt 2015 sehen können. Trotz tropischer Temperaturen gingen hunderte Teilnehmer am 5. Juli an den Start. Triathlon-Olympiasieger von 2008, Jan Frodeno, schwamm, radelte und rannte allen davon. Mit einem neuen Streckenrekord von 7:49:48 Stunden und der drittschnellsten Radzeit, die je bei einem Ironman hingelegt wurde (4:08:43 Stunden), entschied er das Rennen um den Europameistertitel im Triathlon klar für sich. Der in der Triathlonszene vermutete Zweikampf zwischen Vorjahres- und Ironman-Hawaii-Sieger Sebastian Kienle blieb aus - erst zwölf Minuten nach Frodenos Zieleinlauf überschritt Kienle nach 8:01:39 Stunden erschöpft die Ziellinie. Das deutsche Sieges-Trio komplettierte Andi Böcherer, der nach 8:03:49 Stunden den Ironman Frankfurt 2015 finishte.

Beim Ironman Frankfurt war Ingo Kutsche vor Ort. Seine Bilder vom heißen Rennen finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Frodeno mit Start-Ziel-Sieg beim Ironman Frankfurt

Bereits um 6.40 Uhr startete das Profifeld mit 50 Triathleten am Langener Waldsee auf die 3,86 km lange Schwimmrunde. Für Frodeno ein Leichtes: Der in Südafrika aufgewachsene Leistungs- und Rettungsschwimmer setzte sich bereits zu Beginn ab und kam nach 46:02 Minuten aus dem Wasser. Damit war er knapp eine Minute schneller als sein direkter Verfolger Andi Böcherer. Zum radstarken Titelverteidiger Sebastian Kienle hatte er einen Vorsprung von vier Minuten.

Schneller als Kienle auf dem Rad

Auf der 180 km langen Radstrecke setzte Kienle zur altbekannten Aufholjagd. Der Hawaii-Sieger radelte eine persönliche neue Frankfurt-Bestzeit von 4:11:07 Stunden. Frodeno, der im katalonischen Girona zuvor auf dem Rad trainierte, unterbot ihn jedoch: Er brauchte gerade mal 4:08:43 Stunden für die 180 km lange Radstrecke, bevor er in die zweite Wechselzone kam. Kienle schaffte es auf Platz zwei in die zweite Wechselzone zu radeln, hatte aber bereits einen Rückstand von 5:56 Minuten auf Frodeno.

Marathon bei 40 Grad

Auf dem anschließenden Marathon ließ Frodeno seinen Verfolgern keine Chance mehr. Der Frankfurter Start-Ziel-Sieger ließ seine Kontrahenten allesamt hinter sich und holte sich den ersten Ironman-Sieg seiner Karriere mit einer Fabelzeit von 7:49:48 Stunden.

Der Ironman-Frankfurt-Sieger von 2014, Sebastian Kienle, der, wie er selbst sagte, am Ende nur noch gegen sich selbst kämpfte, konnte die Acht-Stunden-Marke nicht mehr unterbieten und kam nach 8:01:39 Stunden im Ziel an. Dort empfing ihn Sieger Frodeno mit einer erfrischenden Wasserdusche. Andi Böcherer folgte den beiden nach 8:03:49 Stunden auf Rang drei.

Triathlon-Debütantin Daniela Ryf siegte beim Ironman Frankfurt 2015 nach 8:51 Stunden.

Bild: Ingo Kutsche

Aus Angst wird Sieg - Daniela Ryf ist Europameisterin

Abgeschreckt von den hohen Temperaturen ging die Schweizerin Daniela Ryf am 5. Juli an den Start des Ironman Frankfurt 2015. Unbegründet: Die Ironman-Frankfurt-Debütantin siegte am Ende nach exakt 8:51 Stunden und kam fast elf Minuten vor Julia Gajer (9:01:58 Stunden) ins Ziel. Den dritten Platz sicherte sich Titelfavoritin Caroline Steffen (9:11:55 Stunden).

Streckenrekord für Ryf beim Ironman Frankfurt 2015

Das Frauenfeld startete am 5. Juli zwei Minuten nach den Männern am Langener Waldsee. Dort bot sich jedoch kein so eindeutiges Bild wie bei den männlichen Startern. Caroline Steffen, 17-fache Schweizer-Schwimmmeisterin und Ironman-Frankfurt-Siegerin von 2011 und 2012 führte das Schwimmerinnen-Feld zunächst an. Den Abstand zu ihren Verfolgerinnen, der Dänin Michelle Vesterby, Daniela Ryf und Julia Gajer blieb überschaubar. Beim kurzen Landgang zur zweiten Runde der Schwimmstrecke waren diese drei ihr direkt auf den Fersen. Ihre Führungsposition konnte Steffen anschließend nicht weiter ausbauen. Die Wechselzone erreichte sie nach 52:42 Minuten, zwei Sekunden vor Vesterby. Ryf (52:46 Minuten) und Gajer (52:47 Minuten) folgten unmittelbar.

Positionswechsel auf der Radstrecke

Ryf nutzte den fehlenden Vorsprung zu Steffen und ging auf der Radstrecke in Führung. Auch Gajer zog an der Schweizer Schwimmmeisterin vorbei. Nach 5:43:37 Stunden erreichte die nun führende Ryf die zweite Wechselzone.

Auf der 42,195 km langen Laufstrecke baute sie ihren Vorsprung auf Gajer und Steffen weiter aus und kam am Ende nach exakt 8:51 Stunden im Ziel an. Den Streckenrekord verbesserte sie damit um 24 Sekunden. Julia Gajer (9:01:58 Stunden) und Caroline Steffen (9:11:55 Stunden) folgten auf Platz zwei und drei.