Die besten Tipps vom Olympiasieger

Wer als Läufer einen Triathlon absolvieren möchte, der sollte es einfach ausprobieren. Jan Frodeno gibt die nötigen Tipps.

Unter der Überschrift "Die besten Tipps vom Olympiasieger": Was rätst Du Läufern, die mal einen Triathlon ausprobieren wollen?
Das ist wie mit allem – man sollte die Sachen ausprobieren. Aber beim ersten Mal möglichst nicht am Wettkampftag. Wenn ein Hobbyläufer mal einen Triathlon probieren möchte, dann sollte er zwei, drei Wochen vorher mal üben, nach dem Radfahren zu laufen. Denn die ersten paar Minuten – wenn man das noch nie gemacht hat – die sind einfach ätzend. Und man denkt: Was ist denn hier los? Findet dann aber seinen Rhythmus – und je öfter man das übt, desto besser. Wenn man den Wechsel ein paar Mal geübt hat, kann das die erste Erfahrung deutlich verschönern.

Wie überwinden Läufer die Angst vor dem Wasser am besten?
Das Schwimmen sollte man möglichst komfortabel absolvieren können. Ich empfehle immer, im See schwimmen zu gehen. Das ewige Am-Rand-Festhalten im Schwimmbecken, das unterschätzt man: das ist eigentlich Regeneration. Deshalb gehe ich auch ein, zwei Mal in der Woche in den See. Einfach um die Distanz am Stück abzuwickeln. Und das macht auch schon einiges aus, dass man auch mal merkt, wie ist es im Wasser, wenn man den Boden nicht sieht. Das Ganze dann noch in der Menge – das ist sicher sehr gewöhnungsbedürftig.

Gemessen an der heutigen Weltelite im Triathlon bist Du ja relativ spät erst zum Triathlon gekommen, die meisten Spezialisten sind ja heute sehr früh zum Triathlon gekommen. Du warst aber mit 15 Jahren noch Schwimmer?
Naja, mit 15 habe ich das Schwimmen erst richtig gelernt!

Wie bist Du dann zum Triathlon gekommen?
Ich war Rettungsschwimmer. Das heißt, zuvor war ich Beckenschwimmer, das ist mir aber irgendwann zu langweilig geworden. Dann bin ich zu den Rettungsschwimmern gegangen. Und die machen ja eigentlich schon dieses Spiel aus verschiedenen Sportarten, dass man mal paddelt, dann mal läuft, dann setzt man sich ins Kajak, dann schwimmt man wieder, dann gibt es Ausdauerwettbewerbe im Sand – lauter so Sachen, die sehr vielseitig sind.

Wie lange hast Du das gemacht?
So bis 17, 18, 19 Jahre. Und dann hieß es irgendwann: Ja, jetzt probier es doch mal aus, mach doch mal einen Triathlon.

Und dann habe ich mich bei einem Wald- und Wiesentriathlon angemeldet, wo noch eine urige Stimmung herrschte. Wo jeder aus dem Kofferraum raus sein Rad aufgebaut hat und Oma noch den Kuchen vorbei bringt. Das war echt ein richtig familiäres Event.

Das war eine Sportart, die mich gleich infiziert hat, wo ich mich gleich angesteckt habe, wo ich dachte „Wahnsinn, richtig cool. So macht das Spaß!“

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Im Jahr 15.000 Kilometer auf dem Rad