Triathlon-Staffel

Arndt schwimmt starke 53:02 Minuten

Nach extrem starken 53:02 Minuten läuft Arndt in die Wechselzone ein, wo Markus bereits auf heißen Kohlen sitzt. Auf ihn warten 180 Rad-Kilometer.

Arndt Ziegler

Arndt Ziegler holt ordentlich Vorsprung mit 53:02 Minuten über 3,8 Kilometer Schwimmdistanz.

Bild: privat

8.45 Uhr, Markus: Die Nervosität steigt. 131 Radfahrer warten auf die Schwimmer. Darunter auch eine handvoll bärenstarker Straßen­profis. Auf 180 Kilo­metern kann viel rausgeholt, jedoch auch verloren werden. Mein Albtraum wäre eine Panne oder ein Sturz. Das würde nicht nur mich ärgern – auch meine Staffel-­Buddys.

8.49 Uhr, Markus: Nach 44:07 Minuten sprintet ein dä­nischer Olympia-­Schwimmer zum Wechsel. In zehn Minuten kommt Arndt, bestimmt!

8.50 Uhr, Arndt: Wenn ich mit der geschätzten Ziel­zeit von knapp unter einer Stunde richtig liege, habe ich es in 15 Minuten geschafft. Das verrät mir ein Blick auf die Uhr. Nach wie vor fühle ich mich gut und habe sogar die Kraft, ab und zu das Tempo anzuziehen.

8.52 Uhr, Markus: Ich will los – in meinen Beinen stecken vier Monate hartes Training, bis zu 16 Stunden pro Woche. Nicht bequem am Nachmittag, sondern noch vor der Arbeit, um 5 Uhr morgens. Denn ich habe meiner Family versprochen, dass keine Premium­-Tageszeit für Radeinheiten draufgeht.

8.53 Uhr, Arndt: Wie jetzt, kann das da vorne schon das Ziel sein? Ich schaue auf die Uhr: 48:07. Anscheinend bin ich schneller unterwegs, als vermutet, zwölf Minuten brauche ich für diese letzten 300 bis 400 Meter nicht mehr. Endspurt! Die letzten Meter laufen wie in Trance ab, ich hole alles aus mir heraus und komme nach 53:02 Minuten ins Ziel.

8.58 Uhr, Arndt: Die ersten Schritte an Land tun weh. Richtig weh! Egal, ich ignoriere die Krämpfe und den stechenden Schmerz in der Hüfte. Ich habe ein Ziel vor Augen: die Wechselzone. Diese ist noch rappelvoll, ich bin als 17. von 131 Staffelschwimmern ins Ziel gekommen. Aber wo ist Markus? Ich bin völlig platt, mir wird schwindelig. Wie soll ich ihn bloß in diesem Zustand finden?

8.59 Uhr, Markus: „Aaaaarndt, hier!“, brülle ich.

8.59 Uhr, Arndt: Ich höre meinen Namen. Da steht Markus. Geschafft! High Five, Zeitmesser­-Übergabe, dann schicke ich ihn mit einem knappen „Alter, gib alles!“ ins Rennen. 180 Kilometer Radfahren. Wenn ich nur daran denke, wird mir schlecht. Aber er packt das!

9.05 Uhr, Markus: Es rollt klasse, ich bin euphorisch. Der Tacho pendelt bei 38 km/h. Der Puls? Zu hoch! Rechnerisch müssen es 155 Schlä­ge sein, aktuell zeigt er 165 und blinkt wild.

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