Training

Zeitverlust durch Gegenwind?

Gegenwind - Ist das beim Laufen wirklich ein limitierender Faktor? Und was bringt Rückenwind?

Beim Radfahren kennen wir das Windschattenfahren, aber beim Laufen? Der amerikanische Laufexperte Jack Daniels fand in mehreren Untersuchungen heraus, dass ein Gegenwind von 15 km/h beim Laufen das Vorwärtskommen um acht Prozent einschränkt. Und wenn Sie glaubten, dass Sie dies mit Rückenwind wieder hereinholen konnten? Nichts da, Mutter Natur ist unfair: Ein Rückenwind von 15 km/h bedingt nur ein fünf Prozent schnelleres Vorwärtskommen.

Beim Windschattenlaufen lässt sich einiges an Energie sparen.

Was Daniels aber auch herausfand: Je langsamer Läufer unterwegs waren, desto größer war der Zeitverlust bei Gegenwind. Daniels errechnete für einen 3-Stunden-Marathonläufer bei 15 km/h Gegenwind zehn Minuten Zeitverlust und für einen 4-Stunden-Läufer 15 Minuten Zeitverlust. Umgekehrt profitierten die langsameren Läufer aber mehr vom Rückenwind, Ihr Vorschub fiel günstiger aus als bei den schnelleren Läufern.

Jetzt fragt sich nur noch, wie Sie sich bei Gegenwind verhalten? Keinesfalls verzweifeln und gegen den Wind mit allen Kräften ankämpfen! Sie können ihn nicht besiegen. Aber beugen Sie sich bei starkem Gegenwind leicht nach vorne, um Ihre Windfläche zu minimieren. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie mit dem Körper nicht zu weit nach vorne kippen, so dass ein flüssiges Laufen noch möglich ist. Und das Wichtigste: Suchen Sie sich im Wettkampf Verbündete.

Windschattenlaufen bringt viel, also sollte nicht immer nur einer vorne bleiben, sondern man sollte sich in der Gruppe an der Windfront abwechseln. Eine Studie der California State University zufolge vermindert das Laufen zwei Meter hinter einem anderen Läufer den Windwiderstand um 31 Prozent. Verkürzt sich der Abstand auf einen Meter, sind es 50 Prozent weniger Windwiderstand.

Mit Rückenwind nach Hause

Gegenwind und Schiebewind sind Faktoren, die einen Lauf erheblich beeinflussen, wie dies der Text oben beschreibt. Daher sollten Sie sich bei solchen Witterungsbedingungen darauf einstellen, wenn Sie loslaufen. Laufen Sie auf der ersten Weghälfte, sei dies eine Hin-und-Zurück-Strecke oder eine Laufrunde, unbedingt gegen den Wind. Wenn Sie erst auf der zweiten Streckenhälfte gegen den Wind laufen, haben Sie in der Ermüdungsphase, die sowieso eintritt, zusätzlich den Wind zum Gegner, den Sie übrigens in seiner laufhindernden Kraft nicht unterschätzen sollten. Zudem spüren Sie bei Rückenwind auf der ersten Hälfte den Gegenwind als besonders unangenehm kalten Wind, da Sie schon verschwitzt sind.