Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, in Schneeschuhen zu laufen?

Für unsere Serie "Ausprobiert" lief Martin Grüning in Schneeschuhen in einem winterlichen Terrain. Er stellte fest: Ein tolles Erlebnis!

Wie fühlt es sich an, in Schneeschuhen zu laufen?

Laufen in Schneeschuhen macht bereits ab einer Schneehöhe von 15 Zentimetern Spaß.

Bild: Sonja von Opel

Die Bedingungen:
1. Es wurden Schneeschuhe aus Kunststoff mit Alurahmen bestellt, die auf Größe und Gewicht abgestimmt waren.
2. Die Schneehöhen betrugen mindestens 15 bis maximal 80 Zentimeter, tiefere Schneepassagen wurden umlaufen.
3. Die Strecken waren ungeräumt und kaum gespurt, teilweise ging es querfeldein.


Der Einstieg war einfach. Das hatte ich mir eigentlich schwieriger vorgestellt. Erste Feststellung: Nichts ist leichter, als sich die kleinen Plastikbretter, „Schneeschuhe“ genannt, unter die Laufschuhe zu schnallen. Keine zwei Minuten hat das gedauert.

Zweite Feststellung: „Schneeschuhe“ ist ein irreführender Ausdruck, denn an den Brettern ist kein bisschen Schuh. Und wie steht’s mit einer speziellen Lauftechnik?

Dritte Feststellung: Ich lief einfach los – und das ging problemlos. ­Zu­gegebenermaßen zunächst nur durch 15 bis 20 Zentimeter tiefen Neuschnee (siehe Foto). Was ich sofort bemerkte: Bei dieser Schneehöhe fällt das Laufen mit Brettchen etwas schwerer als ­ohne, sie hemmen den Schritt. Richtig Spaß aber macht es – auch bei wenig Schnee –, abseits der Wege quer durch den ungespurten Wald zu laufen, denn die verbreiterte Aufsatzfläche nivelliert sämtliche unter dem Schnee liegenden Unebenheiten wie Äste oder Steine. Und so jagte ich 75 Minuten lang kreuz und quer durchs verschneite Unterholz und genoss das Gefühl, dass Umknicken unmöglich ist.

Am darauffolgenden Wochenende probte ich den Ernstfall. Es hatte stark geschneit, und ich suchte mir im bayerischen Vor­alpenland eine 17-Kilometer-Tour mit 1300 Höhenmetern aus. Die Schneehöhe betrug zwischen 50 und 80 Zentimetern. Unverschneit kannte ich die Wege in- und auswendig. Doch das Wichtigste: Ich war die Strecke im vergangenen Winter auch schon ohne Schneeschuhe gerannt. Zeiten, Puls und Befinden von damals hatte ich in meinem Trainingstagebuch wiedergefunden. So hatte ich a­lso einen direkten Vergleich.

Im tiefen Schnee war das Laufgefühl mit den Scheeschuhen zunächst doch sehr ungewohnt. Ich wollte zu schnell zu viel, stolperte mehrfach und stürzte einmal. Doch nach etwa zehn Minuten hatte ich mich daran gewöhnt, dass der Laufschritt mit den Schneeschuhen im Flachen einen erhöhten Kniehub voraussetzt. Dafür gewann ich etwas später am Berg gewaltig an Zeit, denn bergauf bohrten sich die Metallkrallen der Schuhe in den Unter­grund und stützten den Abdruck. Für die gesamte Strecke benötigte ich sechs Minuten weniger als im Vorjahr. Vor allem im Tiefschnee waren die Bretter eindeutig eine Hilfe, was auch mein Fazit untermauerte: Im Tiefschnee läuft es sich mit Schneeschuhen wirklich leichter. Doch im Hinblick auf den Spaßfaktor sehe ich keinen Unterschied, ob man nun mit oder ohne Bretter durch die weiße Pracht fegt. Beides macht Spaß!

Ausprobiert - Wie fühlt es sich a:

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