Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, in der Mittagspause zu laufen?

In unserer Serie "Ausprobiert" tauscht Linda aus der Nachbarredaktion von womenshealth.de in der Mittagspause ihre geliebte Käsestulle gegen einen Lauftreff mit den Kollegen.

Unsere Kollegin lief in der Mittagspause

Linda mümmelte bisher in ihrer Mittagspause ein Käsebrötchen. Jetzt treibt sie in dieser Zeit ab und zu Sport - und isst ihre Semmel danach.

Bild: Marie Simons

Die Bedingungen:
1. Die Testperson hat bislang noch nie in ihrer Mittagspause gesportelt.
2. Schwänzen gilt nicht, auch dann nicht, wenn sich die ­Arbeit gerade stapelt. Und Hausaufgaben werden gleich am Wochenende darauf erledigt.
3. Nieselregen zählt ­genauso wenig als Aus­rede wie ein vergessener Turnbeutel. Wofür gibt’s denn eine Requisite?


Sie haben Post! Eine Mail der Kollegen von RUNNER'S WORLD mit dem Betreff #LaufCrew landet in meinem Postfach: Sie trommeln für eine Anfänger-Laufgruppe. Jeden Donnerstag in der ­Mittagspause soll fleißig gejoggt werden. Es gehe nicht um Tempo, sondern darum, sachte auf Zack zu kommen, um im Sommer mit straffen Beinen und einer schlanken Läu­fersilhouette anzugeben. Der letzte Punkt überzeugt mich. Ich ­drücke auf „Antworten“: „Ich bin dabei!“ Verdammt, jetzt gibt’s kein Zurück.

Statt wie gewöhnlich die Mittagspause mit einem Snack zu verbringen, hieß es erstmals: Laufschuhe an - und loslaufen!

Zugegeben, schon immer habe ich die Kollegen beneidet, die ­ihre Mittagspause dazu nutzten, fröhlich und anmutig wie die Gazellen aus der Redaktion zu hopsen. Aber meine wenigen Versuche, in denen ich mich ambitionierten Läufern an die ­Fersen hef­tete, endeten kläglich: Nach spätestens 10 Minuten war bei mir Schluss. Ich keuchte, hatte eine knallrote Birne, und in meinem Kopf ratterten nur so die Gedanken. Statt En­dor­phine en masse auszuschütten, signalisierte mir mein Körper nur eins: Umdrehen, und zwar sofort! Bis zum besagten ersten #LaufCrew-Treff.

2 Minuten Laufen und 1 Minute Gehen sah das erste Training vor, und das 10-mal nacheinander. Meine größten Sorgen vor dem Start: zu frieren, umzuknicken, Seitenstechen zu bekommen, großen Hunger zu verspüren und mich am Ende als Konditionslusche outen zu müssen. Außerdem schien mir eine Mittags­pause viel zu knapp, um Laufen, Duschen und Essen ­unter einen Hut zu bringen. Was soll ich sagen? Nichts davon bewahr­hei­tete sich. Mehr noch: Ich hatte richtig Spaß! Das lag zum einen an der netten Gesellschaft der Kol­legen, zum anderen daran, dass wir tat­sächlich langsam liefen. Rote Birne? Keuchen­der Atem? Nix da! Ich war angefixt.

Laufen in der Mittagspause wird Routine

In den darauffolgenden Wochen steigerten wir jedes Mal die Dauer der Laufabschnitte, blieben aber bei der einen Minute Pause dazwischen. Eine Laufeinheit dauerte nie länger als ungefähr 35 Minuten. Und die Hausaufgabe fürs Wochenende lautete, die #LaufCrew-Runde noch einmal zu wieder­ho­len. Ich blieb am Ball und merkte schnell, dass ich mich steigerte. Nach drei Wochen empfand ich meine anfänglichen Befürchtungen als lächerlich. Nach fünf Wochen traute ich mir locker zu, eine halbe Stunde am Stück durchzulaufen. Mein Fazit: Eine einstündige Mittags­pause reicht allemal, um eine halbe Stunde den Kopf durch­zupusten, anschließend zu duschen und ein ­Käsebrötchen zu mümmeln. Den frischen Taten­drang im Anschluss, wenn es heißt, wieder in die Tasten zu hauen, gibt es gratis obendrauf.

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