Selbstportraits beim Laufen

Wie fühlt es sich an, ein Lauf-Selfie zu schießen?

In der Serie "Ausprobiert" hat unsere Praktikantin versucht, sich beim Laufen von ihrer schönsten Seite zu zeigen und dies unterwegs in einem Selbstporträt festzuhalten.

Lauf-Selfies

Laufen und dabei Fotos von sich selbst schießen erfordert ein bisschen Geschicklichkeit.

Bild: Melanie Raidl

Die Bedingungen:
1. Das Lauffoto muss vom Läufer persönlich geschossen werden, damit ein sogenanntes Selfie entsteht.
2. Es wird keine klassische Kamera verwendet, sondern die Kamerafunktion eines Mobiltelefons.
3. Ein spezieller Stab (Selfie Stick), an dem man das Smartphone einklinken kann, darf als Hilfsmittel eingesetzt werden.


Samstagmorgen, die Sonne scheint. Ich schnüre wie üblich meine Laufschuhe zum wöchentlichen Long Jog und nehme heute neben meinem iPod Shuffle und meiner Pulsuhr noch zwei weitere Utensilien mit: mein Smartphone und eine ­sogenannte Selfie-Stange. Zum ersten Mal will ich heute beim Laufen Selfies von mir schießen und meine Facebook- und Instagram-Follower wissen lassen, wie gut ich dabei ausschaue!

Eigentlich achte ich immer darauf, im Training nicht stehen zu bleiben und aus jedem Lauf das Beste herauszuholen. Jetzt aber bewege ich mich eher im Slalom, als ich kläglich versuche, mein Smartphone aus der Tasche meiner Laufhose zu fischen und während der Auf-und-Ab-Bewegung die Kamerafunktion zu ­öffnen. Dabei rutscht mir das Gerät zweimal fast aus der Hand und ich muss schließlich kurz stoppen, um die Handykamera einzustellen. Wäre doch schade, ein so teures Gerät wegen eines Facebook-Posts zu zerstören.

Meine Koordination lässt nach, als ich meinen Arm zum Himmel strecke und aus verschiedenen Winkeln versuche, auf dem Foto zu zeigen, dass ich auch wirklich Laufschuhe trage und mich bewege. Es ist gar nicht so ­einfach, gleichzeitig mein Tempo zu halten, mein Handy nicht fallen zu lassen und vor allem: auf dem Foto makellos aus­zusehen. „Wie machen die anderen das bloß?“, wundere ich mich und denke an die zahlreichen Facebook-Fotos von Freunden, die sich fröhlich im Park im Laufdress fotografieren. Ich jedenfalls schaffe es nicht, auch nur halbwegs geradlinig zu laufen und dabei nicht auch noch dreinzublicken wie ein verschrecktes Huhn. Schnell stelle ich fest, dass mein Arm zu kurz ist, um mich so richtig in Action abzulichten. Deshalb kommt jetzt die berühmte Selfie-Stange zum Einsatz! Ich muss stehen bleiben, um mein Handy auf dem Stab zu positionieren.

Die Stange wackelt, während ich vorwärtsstolpere. Das Lächeln fällt mir schwer, zu sehr muss ich mich darauf konzentrieren, die Auslösertaste auf dem Touchscreen zu erwischen. Fast purzle ich über einen Hund – und schäme mich vor den Besitzern für mein Gezappel. Zu Hause angekommen, ist das Betrachten der Fotos allerdings sehr erheiternd: Bei den meisten ist mein Kopf abgeschnitten, außerdem sehe ich eher angestrengt als fit aus. Am Ende stellt sich für mich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, ein Training an ein ­wackeliges Foto zu verschwenden? „Lieber hart für einen Wettkampf trainieren und dort ein klasse Finisher-Bild erhalten!“ – so mein Fazit.

Ausprobiert - Wie fühlt es sich a:

Wie fühlt es sich an, mit Hund zu...