Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, auf Rädern zu laufen?

In diesem Teil unserer Serie "Ausprobiert" fuhr unser Redakteur auf dem Elliptigo. Das ist eine Art Roller, bei dem die Beine eine Laufbewegung ausführen.

Wie fühlt es sich an, auf Rädern zu laufen?

Wenn's rollt, dann läuft's: Das Hinterrad wird über eine dem Laufen ähnliche Bewegung angetrieben.

Bild: Marie Simons

Lohnt sich für
1. Läufer, die eine gelenkschonende Trainings­alternative suchen
2. Läufer, die ihr Training ergänzen wollen, denen das Fitnessstudio aber zu langweilig oder eine zusätz­liche Laufeinheit zu belastend ist
3. Radfahrer, die sich mal anders fordern wollen
4. Fans des Crosstrainers, die nicht immer nur ­drinnen trainieren wollen

"Auffallen werden Sie damit garantiert“, erklärt mir der Produktmanager des Elliptigo. Das glaube ich sofort. Das Gefährt sieht aus wie ein mutierter Crosstrainer aus dem Fitnesstudio, dem man Räder untergeschraubt und einen Fahrradlenker verpasst hat. Es erinnert aber mehr an einen aufgepumpten Tretroller als ein Fahrrad, denn der Sattel fehlt. Zum Losfahren setzt man sich nicht drauf, sondern man steigt auf. „Das ist ganz einfach. Einfacher als Radfahren“, sagt der Produktmanager.

Die Gewöhnung an den Elliptigo fällt leicht

Aufsteigen ist tatsächlich leicht: einfach einen Fuß auf ein Trittbrett stellen, abstoßen, und los rollt’s. Ich trete in die Pedale oder vielmehr: Ich stemme mich auf die Trittbretter. Die rotieren in einer elliptischen Bewegung – ähnlich wie beim Ellipsentrainer im Fitnessstudio. Der Vortrieb wird durch das wechselnde Körpergewicht erzeugt: Jeweils ein Bein wird von vorn nach hinten gedrückt, dabei gleichzeitig von oben nach unten, wobei der horizontale Weg länger ist als der vertikale, man vollführt also keine Kreisbewegung wie bei der Kurbelumdrehung des Fahrrads, sonden eben eine Ellipse. Nach zwei Minuten rollt’s. Der Lenker kann in der Höhe justiert werden. Ich finde es am bequemsten, wenn er etwas höher ist. Also stehe ich sehr aufrecht auf den Trittbrettern und genieße dadurch eine fantastische Aussicht. Durch die erhöhte Stellung überrage ich nicht nur Radfahrer in der Höhe deutlich (und habe dadurch mehr Windwiderstand), auch einem verdutzten Geländewagenfahrer neben mir an der Ampel kann ich locker von oben in sein Fenster schauen.

Elliptigo als Alternativtraining geeignet?

Die Bewegung der Beine ähnelt eher der Laufbewegung als der beim Radfahren: Das Gerät wurde von Läufern als Lauf-Alternative erfunden. Das ist einerseits gelenkschonender, andererseits höllisch anstrengend, denn ich erwische mich dabei, dass ich ständig Vollgas fahre, auf der Geraden bis zu 30 km/h schnell – aber nur, wenn der Asphalt schön glatt ist. Für Kopfsteinpflaster ist das Ganze nix, und auch bergauf machen sich die etwa 19 Kilo des Elliptigo 8c (um 2500 Euro) bemerkbar. Zum Glück hat er acht Gänge. Von 30 Minuten Fahrt habe ich tags darauf Muskelkater im Oberschenkel und im Po, auch Rumpf- und Oberarmmuskulatur werden gefordert. Ein Fahrradersatz ist der Elliptigo also eher nicht, eher ein Trainingsgerät für Läufer – das seine Wirkung nicht verfehlt. Vor einer Eisdiele bremse ich ab. Den Rennradfahrern, die hier an ihrem Cappuccino nippen, fällt fast die Kinnlade runter. Denen habe ich die Show gestohlen.

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