Falscher Ehrgeiz

Wettkampforientierter Typ

Der stark wettkampforientierte Läufertypus begeht im Training klassische Fehler. Wir zeigen Fehlerquelle und Lösungsansatz.

Wettkampf

Sie mögen Konkurrenz? Ihnen gefällt das persönliche Duell? Dann sind Sie ein Wettkämpfer.

Bild: iStockphoto.com / kristian sekulic

Typischer Fehler: Sie trainieren nach dem Programm eines anderen, stärkeren Läufers und überfordern sich damit.

Lösung: Hören Sie immer auf Ihren Körper. Das ist allemal effektiver, als den Zielen eines anderen hinterherzuhecheln. Achten Sie darauf, ob Sie sich zunehmend schlapp und müde fühlen, Schlafprobleme haben oder sich körperliche Beschwerden ein­stellen. Wenn ja: Sofort Gas wegnehmen! Dann haben Sie vielleicht noch die Chance, eine Verletzung zu vermeiden, die Sie lange zurückwerfen könnte. Eine Faust­regel lautet: Steigern Sie das Trainingspensum von Woche zu Woche um nicht mehr als zehn Prozent. So kann sich der Körper gut an die wachsende Belastung anpassen, Überlastungsbeschwerden werden vermie­den. Tipp: Es gibt kein Programm, das für alle passt. Trainieren Sie ab und zu mit anderen, dann sehen Sie, dass Training eine sehr individuelle Angelegenheit ist.

Typischer Fehler: Ihr Tag besteht nur aus Essen, Schlafen und Laufen.

Lösung: Wenn Sie vor lauter Wettkampforientierung andere Lebensbereiche vernachlässigen, kann das problematisch werden. Stellen Sie sich eine Liste der Dinge auf, die Ihnen wichtig sind, und sorgen Sie dafür, dass jede Woche Zeit dafür bleibt. Indem Sie sich für andere Menschen und andere Aktivitäten Zeit nehmen, gewinnen Sie Abstand zum Laufen. So schlagen auch eventuelle Verletzungspausen nicht so sehr aufs Gemüt.

Typischer Fehler: Sie werfen über den Haufen, was Sie sich für einen Wettkampf vorgenommen haben, nur um einen Konkurrenten abzuhängen.

Lösung: Erstellen Sie sich in den Tagen vor dem Wettkampf einen Plan, den Sie immer wieder in Gedanken durchgehen. Entwickeln Sie daraus eine Art Mantra, das sie während des Rennens ständig vor sich hinmurmeln (zum Beispiel „Langsam starten, später aufdrehen“). Setzen Sie sich realistische, auf Ihre eigenen Möglichkei­ten und Bedürfnisse zugeschnittene Ziele (etwa: gleichmäßiges Tempo laufen), anstatt sich an anderen Läufern zu orientieren.

Typischer Fehler: Beim Training in der Gruppe diktieren Sie stets das Tempo.

Lösung: Eine zu starke Wettkampf­orientierung im Training kann das Gegenteil dessen bewirken, was man eigent­lich beabsichtigt. Zudem wird dadurch Stress aufgebaut. Tipp: Schreiben Sie auf, was Ihnen am Laufen gefällt, dann wird Ihnen klarer, warum Sie laufen. Starten Sie bei einem Fun-Run ohne Wettkampfcharakter oder stellen Sie sich bei einer Laufveranstaltung als Bremsläufer zur Verfügung.

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