Ausdauertraining geht immer

Welchen Einfluss hat das Alter auf die Ausdauer?

Wissenschaftler, Trainer und Eliteathleten erklären den Einfluss des Alters auf Ausdauer und Marathontraining.

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Laufen macht Spaß - egal in welchem Alter.

Bild: Norbert Wilhelmi

Die beiden Olympia-Marathonläufe von Peking im Jahr 2008 waren unter dem Aspekt "Laufen und Alter" historisch: Der Kenianer Samuel Wanjiru, damals 21, verbesserte mit seiner Siegeszeit von 2:06:32 nicht nur den Olympischen Rekord, er widerlegte damit auch die Vorstellung, dass Marathonläufer zwischen Ende 20 und Anfang 30 am leistungsfähigsten sind. Auch die Frauensiegerin Constantina Tomescu-Dita aus Rumänien korrigierte herrschende Vorstellungen, weil die damals 38-jährige Mutter mit zehn absolvierten Marathons die Goldmedaille gewann.

Sind Marathonleistungen nicht an bestimmte Altersgrenzen gebunden? Sind die Topläufer gerade dabei, scheinbare biologische Gesetzmäßigkeiten umzuformulieren? Und wenn dem so ist: Welche Bedeutung hat dies für uns, die wir deutlich langsamer unterwegs sind? Gibt es das ideale Alter, eine Marathonbestzeit zu erreichen? Wir fragten führende Leistungsphysiologen, Statistiker, Trainer und Elite­läufer. Aus ihren Antworten setzt sich ein Bild zusammen, das Freizeitläufer aller Altersgruppen ermutigen wird.

Die schlechten Nachrichten zuerst: Ob Olympiateilnehmer oder Jogger – die aerobe Kapazität sinkt mit zunehmendem Alter.

„Nicht das Herzschlagvolumen oder die Fähigkeit, Sauerstoff aufzunehmen, sind für einen gesunden und trainierten Sportler altersabhängig“, sagt Sandra Hunter, Leistungsphysiologin an der Marquette University in Milwaukee, Wisconsin. „Was mit dem Alter sinkt, ist die maximale Herzfrequenz, und das lässt sich nicht aufhalten. Pro Lebensjahr im Durchschnitt um einen Schlag.“ Das erklärt, warum ein 50-Jähriger gegen einen 20-Jährigen keine Chance hat.

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