Leistungsdiagnostik

Weitere Untersuchungsmethoden

4. Blutbild und Urinstatus
Gesundheit und Leistungsfähigkeit sind zwei Seiten der­selben Medaille. Schon Standardwerte wie Blutzucker, Kreatinin und Cholesterinspiegel können Aufschluss über leistungsmindernde Faktoren wie Störungen im Fett- oder Kohlenhydratstoffwechsel und Hormonschwankun­gen geben. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, auch Eisen-, Chrom-, Kalium-, Magnesium- und Natriumwerte erheben zu lassen. Klassische Mangelerscheinungen sind beispielsweise Leistungsabfall, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

5. Biomechanische Untersuchung
Wenn das sportliche Leistungspotenzial lediglich nach ausdauerspezifischen Para­metern wie Laktatwerten und Sauerstoffaufnahme betrachtet wird, besteht das Risiko, dass zwar der auf läuferische Spitzenleistungen getrimmte „Motor“ des Läufers irgendwann rund läuft, aber das Chassis mit der Zeit Probleme macht. Das kann schlichtweg an Überlastung liegen, aber auch im Laufstil und im Abrollverhalten des Läufers begründet sein. Aus diesem Grund sind auch isometri­sche Kraftdiagnosen sowie eine sportortho­pädisch abgesicherte Laufbandanalyse bei unterschied­lichen Geschwindigkeiten für eine erfolg­reiche Trainings- und Wettkampfgestaltung von Bedeutung.

6. Laktattest
Laktat ist ein Nebenprodukt im Energiestoffwechsel. Es fällt verstärkt an, je mehr Energie im Muskel anaerob – also ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr – erzeugt werden muss. Die Laktatkonzentration im Blut gibt Auf­schluss über die höchstmögliche Belastungsinten­sität, die man – etwa bei einem Marathon – dauer­haft durchhalten kann. Zunächst wird bei einer Einstiegsbelastung in Gehgeschwindigkeit der sogenannte Basislaktatwert gemessen. Danach werden in beispiels­weise drei­minütigen Inter­vallen, die mit steigender Geschwindigkeit bis zur Ausbelastung zu absolvieren sind (Erhöhung pro Abschnitt um 1 km/h) und für je 40 Sekunden zwecks Blutabnahme aus dem Ohrläppchen unterbrochen werden, weitere Werte abgenommen. Im weiteren Verlauf der Belastung gilt es nun festzustellen, bei welcher Pulsfrequenz und welchem Tempo die individuelle anaerobe Schwelle (IANS) erreicht wird. (Das ist die Pulsfrequenz, bei der Bildung und Abbau von Laktat gerade noch im Gleich­gewicht sind.) Da Laktatwerte durch verschiedene Einflussfakto­ren verfälscht werden können, ist es ratsam, den Laktattest zeitgleich mit einer Ergospirome­trie vorzunehmen, um den ermittelten IANS-Wert abzu­sichern. Der oft zitierte Wert von 4 mmol/l als anaerobe Schwelle (ANS) hat übrigens mehr theoretische als praktische Bedeutung, da bei trainierten Ausdauersportlern die tatsächlichen individuellen Werte deutlich darunter liegen.

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Ergospirometrie