Der erfolgreichste Schweizer Läufer

Markus Ryffel

Markus Ryffel ist der am meisten dekorierte Schweizer Langstreckenläufer aller Zeiten.

Zur Person:
Geboren am 5. Februar 1955 in Uster

Olympiazweiter 1984 in Los Angeles, EM-Zweiter 1978 in Prag, zweifacher Hallen-Europameister, Sieger unzähliger Straßenläufe von Bern über Zürich bis nach Berlin und New Orleans und mehr als 20-mal Schweizer Meister: Markus Ryffel, inzwischen beruflich überaus erfolgreich in der Lauf- und Fitnessbranche, ist der am meisten dekorierte Schweizer Langstreckenläufer aller Zeiten.

Markus Ryffel stammt aus einem Elternhaus, wo Arbeiten oder „Chrampfen“, wie es auf Schweizerdeutsch heißt, Trumpf und kein Verständnis für die sportlichen Ambitionen vorhanden war. Nach der Schule musste Markus meist für die Kunden der Familien-Metzgerei Fleisch austragen, Trainieren fand im Geheimen statt. Es wurde erst besser, als er mit 17 Jahren 1972 zu seinem Förderer Heinz Schild nach Bern zog, wo er neben der Lehre als Schriftsetzer genügend Zeit zum Laufen hatte. Als 21-Jähriger qualifizierte sich Markus Ryffel bereits für die Olympischen Spiele in Montreal, vier Jahre später wurde er in Moskau Fünfter über 5000 Meter. Dazwischen lagen mehrere große Erfolge: Silbermedaille bei den Europameisterschaften 1978 in Prag über 5000 Meter, Hallen-Europameister 1978 und 1979 über 3000 Meter.

Nach 1980 ging es allerdings nicht mehr im gleichen Stil weiter: Verletzungen und Übertraining verhinderten ähnliche Erfolge. Doch bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles war Markus Ryffel zurück – und wie! Im bis heute schnellsten 5000-m-Finale in der Olympia-Geschichte gewann er hinter dem Marokkaner Said Aouita die Silbermedaille. Die 13:07,54 Minuten bedeuten auch 24 Jahre später noch Schweizer Rekord. Für Markus Ryffel war es die Krönung einer grandiosen Karriere. Bei der EM zwei Jahre später in Stuttgart schied er in aussichtsreicher Position mit einer Muskelverletzung aus, die eine Operation nötig machte. Die Wadenmuskulatur – mit den vom Vater geerbten Krampfadern – machte ihm auch bei seinem letzten großen Ziel, dem Marathonlauf, einen Strich durch die Rechnung. Mehrmals nahm er einen Anlauf, aber immer wieder musste er irgendwann nach Kilometer 30 mit Wadenschmerzen aufgeben. Seine Bestzeit von 2:16:40 Stunden spiegelte nicht sein wahres Vermögen wider.

Markus Ryffel hatte als Schüler im 80-m-Lauf sogar gegen Mädchen verloren, verbesserte im Laufe der Jahre aber seine Endschnelligkeit derart, dass er im Zenit seines Könnens sogar in der Lage war, am Ende der 5000 Meter eine Schlussrunde in 53 Sekunden hinzulegen; die Ausdauer war nie sein Problem gewesen, die 5000 Meter lief er bereits mit 18 Jahren in 14:03,2 Minuten. Seine Seriosität war der Schlüssel zu seinem Erfolg. Er suchte immer den Kontakt zu anderen Weltklasseathleten und verbrachte viele europäische Winter in Neuseeland oder Phoenix (Ariziona).

1984 eröffnete Markus Ryffel mit seinem Bruder Urs – er führt heute das Geschäft und den Versandhandel in Uster – und Markus Bill als Partner den Ryffel Running-Shop in Bern. Bereits fünf Jahre zuvor hatte er mit den Laufseminaren in St. Moritz begonnen (heute auch in Lenzerheide und im Ausland). Heute lebt Markus Ryffel mit seiner Frau Jacqueline und den beiden Söhnen Christoph und Stephan in Allmendingen bei Bern. Und er läuft noch immer drei- bis viermal in der Woche, um sich fit zu halten. In jüngster Zeit nun auch mit seinem Sohn Christoph, der in der Schweiz zu den besten Nachwuchsläufern zählt.

Markus Ryffel: Höhentrainingslager in St. Moritz im Juni 1984 vor Olympia in Los Angeles.

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