Die neuen Laufregeln

Kohlenhydrate bunkern

Wie viele Kohlenhydrate sollte man vor oder nach einem langen Lauf zu sich nehmen?

Kohlenhydrate findet man zum Beispiel in Pasta

Pasta ist sehr kohlenhydratreich und galt bisher als perfektes Läuferessen.

Bild: S. Hainz / pixelio.de

Die altbekannte Regel:

Nehmen Sie möglichst viele Kohlenhydrate zu sich, speziell vor und nach langen Läufen.

Die neue These:

Machen Sie lange Läufe, in die Sie bewusst mit einem Kohlenhydratdefizit starten.


Seit sich Läufer Gedanken über die optimale Ernährung für Ausdauersportler machen, stehen die Kohlenhydrate im Fokus. Bei einem 30 Kilometer langen Dauerlauf verbrennt man zum Beispiel rund 2300 Kilokalorien. Am schnellsten lässt sich die verbrauchte Energie aus Kohlenhydraten zurückgewinnen. Daher macht es durchaus Sinn, die Energiespeicher vor, während und nach dem Lauf in Form von Kohlenhydraten auf- und nachzufüllen.

Aber warum gibt es dann Leute wie Greg McMillan, die Weltklasseläufer coachen und tatsächlich emp­fehlen, vor oder während eines langen Laufs keinerlei Kohlenhydrate zu konsumieren? Ist das nicht so, als würde man Autofahrern raten, eine Reise mit leerem Tank anzutreten? „Der Körper muss lernen, mit leeren Kohlenhydratspeichern zu laufen, denn genau das ist die große Herausforderung auf den letzten Metern eines langen Ausdauerwettkampfs wie eines Marathons“, sagt McMillan und führt aus: „Je weniger Kohlenhydrate dem Körper zur Verfügung stehen, desto eher muss er auf seine Fettreserven zurückgreifen, die stets ausreichend vorhanden sind. Der Körper lernt ganz einfach, die wenigen Kohlenhydrate sparsam einzusetzen.“

Was stimmt denn nun wirklich?

Ohne Kohlenhydrate ist man weniger leistungsfähig und damit langsamer, was den Trainingseffekt einschränkt. Andererseits ist der Effekt der Optimierung des Energie­haushalts ein eindeutiger Vorteil. Unser Rat: Reduzieren Sie die Kohlenhydratzugabe vor und während des Trainings, aber laufen Sie nie nüchtern einen Wettkampf.

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