Leistungsdiagnostik

Körpergefühl ist bester Ratgeber

Das sagt der Profi: die Test-Erfahrungen des ehemaligen Weltklasse-Marathonläufers Herbert Steffny.

Wann haben Sie Ihre erste leistungsdiagnostische Untersuchung mitgemacht? Warum und wo fand sie statt?
Als ich 1985 in den Marathon-Nationalkader berufen wurde, habe ich die Routine-Lauf-bandergometrie in der Sportmedizin Freiburg mitgemacht. Mir ging es einerseits um den gesundheitlichen Aspekt angesichts der extremen Belastungen im Marathontraining und natürlich interessierten mich andererseits als Diplombiologe und Athlet auch die sportwissenschaftlichen Eckwerte.

Wie oft und zu welchen Zeitpunkten haben Sie die Leistungsdiagnostik genutzt?
Meistens habe ich die Laufbanddiagnose einige Monate und dann nochmals einige Wochen vor dem Marathon durchgeführt, um Hinweise für mein Training und auch die mögliche Wettkampfzeit zu erhalten.

Wie wichtig waren diese Tests für Ihre Trainingsplanung?
Diese Tests waren für mich immer nur ein Standbein. Es ist beruhigend, wenn man nach einem Belastungs-EKG sozusagen grünes Licht für den Hochleistungssport erhält. Die Trainingsvorgaben konnte ich auch daraus festlegen. Für mich waren allerdings Trainings- und Wettkampfresultate noch wichtiger, die sind der wirkliche Test. Natürlich ist ein gutes Körpergefühl immer der beste Ratgeber, und die ganzen diagnostischen Verfahren sollten eigentlich auch dazu dienen, dieses auszubilden.

Gab es die eine Untersuchung, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Einmal hat man mir bei einem Laufbandtest eine Form im Bereich des damaligen Marathonweltrekords bescheinigt. Da musste ich lachen, denn die Testwettkämpfe sprachen natürlich dagegen. Des Rätsels Lösung war: Das Laufband war falsch justiert.

Nutzen Sie die Leistungsdiagnostik auch heute noch?
Schon noch gelegentlich, aber weniger als Leistungsdiagnose, sondern eher als Gesundheits-Check.

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