Laufökonomie bei Temposteigerung

Kalorien-Verbrauch steigt an, der Sauerstoff-Verbrauch nicht

Die Laufökonomie ist abhängig von der Laufgeschwindigkeit. Wer das Lauftempo anzieht, verbraucht mehr Kalorien pro Kilometer aber gleichviel Sauerstoff.

Laufökonomie

Wer schneller läuft, verbraucht mehr Kalorien, aber nicht mehr Sauerstoff pro Kilometer.

Bild: iStockphoto.com / bholland

Sauerstoff- und Kalorien-Verbrauch bestimmen die Laufökonomie

Üblicherweise wird Laufökonomie mit dem Kraftstoffverbrauch eines Autos verglichen – sie ist ein Maßstab dafür, wie viel Kraftstoff man braucht, um eine bestimmte Entfernung zurückzulegen. Aber über welche Art von „Brennstoff“ sprechen wir hier? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein neuer Artikel, den Forscher vom English Institut of Sport and Loughborough University kürzlich aufbauend auf der Arbeit von Jared Fletcher und seinen Kollegen von der University of Calgary in der Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht haben.

Es gibt zwei grundlegende Optionen, um Laufökonomie zu beschreiben. Entweder fragen Sie: „Wie viel Sauerstoff brauchen meine Muskeln, um einen Kilometer zu laufen?“, oder Sie fragen: „Wie viele Kalorien muss ich verbrennen, um einen Kilometer zu laufen?“ Theoretisch müsste die Antwort auf beide Fragen austauschbar sein, da der Sauerstoff, den unsere Muskeln benötigen, gebraucht wird, um die Kalorien der Nahrungsmittelenergie in Bewegung umzuwandeln. Doch in der Praxis trifft dies nicht ganz zu. Die neue Studie verwendete Daten von 172 Eliteläufern, deren Laufökonomie am EIS während des letzten Jahrzehnts untersucht wurde. Vier verschiedene Geschwindigkeiten unterhalb der Laktatschwelle wurden gemessen.

Von 172 Eliteläufern wurde die Laufökonomie untersucht wurde. Vier verschiedene Geschwindigkeiten unterhalb der Laktatschwelle wurden gemessen.

Bild: runnersworld.com

Sauerstoffverbrauch pro Kilometer bleibt gleich

Die obere der drei Graphiken links zeigt die Anzahl der verbrannten Kalorien pro Kilometer. Sie können sehen, dass der Verbrauch stetig zunimmt: Je schneller Sie laufen, desto mehr Kalorien verbrennen Sie, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen.

Die zweite Darstellung verdeutlicht den Sauerstoffverbrauch pro Kilometer. Dieser bleibt bei allen Geschwindigkeiten ziemlich gleich. Woher kommt dieser Unterschied? Das dritte Diagramm zeigt das sogenannte „Atmungsaustauschverhältnis“, welches das Verhältnis der Kohlenhydrate zu den Fetten, welche für die Energiegewinnung verbrannt werden, widerspiegelt. Es zeigt, dass sobald beschleunigt wird, ein größerer Anteil an Kohlenhydraten verbrannt wird. Da Sie aber mehr Energie pro Sauerstoffeinheit aus Kohlenhydraten gewinnen als aus Fetten, erklärt das, warum höhere Geschwindigkeiten dazu führen, dass mehr Kalorien verbrannt werden ohne mehr Sauerstoff zu verbrauchen.

Was ist nun der praktische Nutzen daran? Die Laufökonomie drückt sich im Sauerstoffverbrauch aus, der Veränderungen im Energieverbrauch anzeigt, sobald das Tempo beschleunigt oder verlangsamt wird. Auch wenn man den Kalorien- statt Sauerstoffverbrauch als Maßstab nimmt, wird klar, dass Laufökonomie nicht unabhängig von der Laufgeschwindigkeit ist. Entgegen der landläufigen Meinung, verbrennen Sie tatsächlich mehr Kalorien, wenn Sie das Tempo anziehen Allerdings lag der Unterschied bei nur 3,4 Prozent über der Geschwindigkeitsreihe in dieser Studie.

Laufökonomie direkt proportional zum Gewicht

Noch eine andere Frage wurde in der Studie erforscht: Verhält sich die gesamte Laufökonomie proportional zum Körpergewicht? D. h. würden Sie erwarten, dass jemand, der um 10 % mehr wiegt, auch um 10 % mehr Energie beim Laufen verbraucht? Diese Debatte besteht schon länger, da einige Daten nahelegen, dass Laufökonomie tatsächlich einer Art allometrischem Gesetz unterliegt. In diesem Fall, unter einer homogenen Gruppe von gut trainierten Langstreckenläufern, war das Verhältnis sogar geradezu perfekt linear: Die Laufökonomie verhielt sich zum Gewicht direkt proportional.

An dieser Stelle wäre einmal interessant zu berechnen, wie viele Extrakalorien der sehr viel schwerere US-Top-Läufer Chris Solinsky während eines 10-km-Laufs unter 27:00 min im Vergleich zum viel leichteren Weltrekordler Kenenisa Bekele verbrannt hat!

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