London war sein Pflaster

Hugh Jones

Er gewann 1982 den London Marathon in hervorragenden 2:09:24 Stunden.

Zur Person:
Geboren am 1. November 1955 in London
Größe 1,79 m
Gewicht: 60 kg

In einem Zeitalter, als die afrikanischen, speziell die kenianischen Athleten im Marathon noch keine große Rolle spielten, gehörte Hugh Jones zu den stärksten Läufern der Welt über die klassische Distanz. Seinen größten Erfolg feierte der Engländer 1982, als er in seiner Heimatstadt den London-Marathon gewann. Der 26-jährige lief 2:09:24 Stunden, was die schnellste Zeit seiner Karriere bleiben sollte. Anfang der 80er Jahre waren Ergebnisse unter 2:10 noch längst nicht alltäglich, und der Weltrekord von Rob de Castella (Australien) stand bei 2:08:18 Stunden.

Als Kind rannte er zur Schule
Dabei gibt es bei Hugh Jones einige zufällige, aber interessante Parallelen zu kenianischen Weltklasseläufern der heutigen Zeit: Hugh Jones rannte als Kind zur Schule, so wie es viele der kenianischen Topathleten gemacht haben – zwar nicht im Hochland und auch keine sehr langen Strecken. Aber dieses unbewusste Training, so hat er später erklärt, hat ihm eine erste Ausdauer- Grundlage verschafft. Der Schulweg betrug rund 1,2 Kilometer – Jones rannte ihn am Tag vier Mal, insgesamt also knapp fünf Kilometer. Das war in den 60er Jahren. „Ich bin damals aus Spaß gelaufen“, erzählt Hugh Jones. In der Schule startete er dann bei Crossrennen. „Aber richtig angefangen zu trainieren habe ich erst im Alter von 16 Jahren.“

Marathon Premiere
Sechs Jahre später gewann Hugh Jones seine Marathon-Premiere. Beim regionalen „Ducky of Cornwall Marathon“ lief er im April 1978 2:25:13 Stunden. Drei Jahre später wurde er in Rugby britischer Meister über die klassische Distanz in 2:14:07. „Das war für mich der Durchbruch, danach wurde ich ein professioneller Läufer, und es folgten die internationalen Erfolge“, erzählt Hugh Jones, der zuvor in Liverpool Städteplanung studiert hatte. Hugh Jones Spezialdisziplin blieb immer der Marathon, über die Bahn-Langstrecken fehlte ihm die Grundschnelligkeit. Über 5000 Meter steht seine Bestzeit bei 14:04,2 Minuten, über 10000 Meter lief er ebenfalls 1978 28:49,51. Dagegen war seine 25-km-Zeit von 1:14:18 Stunden für den damaligen Standard erstklassig. Nach dem Sieg in London 1982 erreichte er weitere starke internationale Platzierungen: Bei den Olympischen Spielen 1984 lief er auf Rang zwölf, bei den Weltmeisterschaften 1983 war er Achter und vier Jahre später Fünfter. Diesen Platz belegte er auch bei der EM in Stuttgart 1986. Der London-Marathon war das Rennen, bei dem er so oft startete wie bei keinem anderen über die 42,195 km. Zweiter war er 1986, Dritter 1987 und Vierter 1988. Im gleichen Jahr verpasste er den Olympiastart aufgrund von Achillessehnenproblemen.

Das Training
Sein Trainingspensum betrug in der Regel zwischen 160 und 175 Kilometer wöchentlich. In der intensivsten Marathon-Vorbereitungsphase steigerte er diesen Schnitt dann jedoch auf bis zu rund 210 Kilometer. Er habe damals keinen bestimmten Ernährungsplan gehabt. „Aber ich habe darauf geachtet, Fette zu vermeiden und Nahrung mit hohem Kohlehydratanteilen zu mir zu nehmen.“

Nach der Laufkarriere
Es war immer das Ziel von Hugh Jones, nach der aktiven Karriere mit der Leichtathletik in Verbindung zu bleiben. „Trainer wollte ich aber nicht werden. Mein Coach Alan Storey ist viel zu gut, als dass ich das besser machen könnte“, hat er in einem Interview vor seinem Karriereende gesagt. Stattdessen begann er zunächst, als Leichtathletik-Journalist tätig zu werden. Dabei schrieb er unter anderem für die britische Tageszeitung „The Independant“. Nachdem er 1990 beim London-Marathon aus dem Rennen gegangen war, konzentrierte sich Hugh Jones zunächst auf die Reporter- Tätigkeit. Trotzdem lief er weiter Marathon und gewann eine Reihe von kleineren Läufen. Seit dem 1. Juli 1996 ist Hugh Jones hauptberuflicher, geschäftsführender Sekretär der internationalen Straßenlaufvereinigung „Association of International Marathons and Road Races“ (AIMS). Außerdem hilft der heute 51-Jährige, der vier Kinder hat und dessen Frau aus Barbados stammt, verschiedenen Veranstaltern in der dritten Welt bei der Organisation. Hugh Jones ist zudem ein AIMS-Streckenvermesser und hat in dieser Funktion die Marathonkurse von verschiedenen großen internationalen Meisterschaftsrennen vermessen.

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