Der Weltrekordläufer

Haile Gebrselassie

Haile Gebrselassie hält den Marathon-Weltrekord von 2:03:59 Stunden (Berlin 2008).

Zur Person:
Geboren am 18. April 1973 in Arssi, Äthiopien
Größe: 1,64 m
Gewicht: 53 kg

Haile Gebrselassie ist einer der besten Langstreckenläufer aller Zeiten. Er war – mit Unterbrechungen – fast zehn Jahre Weltrekordinhaber über 5000 und 10000 Meter, bevor er von seinem Landsmann Kenenisa Bekele 2004 entthront wurde. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen (5. über 10000 m) kündigte er an, zum letzten Mal auf der Bahn gelaufen zu sein und sich jetzt auf Straßenläufe, speziell den Marathon, zu konzentrieren.

Haile Gebrselassie nutzte die optimalen Bedingungen beim Berlin Marathon 2007 zu einem neuen Weltrekord über die Marathondistanz: 2:04:26 Stunden!

Bild: Norbert Wilhelmi

Aber Achillessehnenbeschwerden, die ihn schon seit Jahren einschränken, machten einen geplanten Start beim London-Marathon 2005 zunichte. Dafür meldete er sich mit einem ungefährdeten Sieg bei einem 10-km-Straßenlauf in 27:25 Minuten (!) in Manchester zurück.

Haile Gebrselassie wuchs als achtes von zehn Kindern in Asela, 175 Kilometer südöstlich von Addis Abeba auf. Sein Vater war Bauer, und Haile tat das, was von so vielen afrikanischen Läufern überliefert wird, aber tatsächlich nur selten zutrifft, er rannte jeden Tag zur Schule zehn Kilometer hin und zurück. Er kam über seinen älteren Bruder Tekeye (der später den Marathon immerhin in 2:11 Stunden lief) zum regelmäßigen Lauftraining. Der überredete den 16-jährigen Haile auch zu seinem ersten Marathonstart, den er in Addis Abeba („unter Qualen“, wie er bemerkte) in 2:45 Stunden auf dem 99. Platz beendete.

Der Aufstieg zum besten Langstreckenläufer der neunziger Jahre war rasant. 1993 bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart gewann er die 10000 Meter und wurde über 5000 Meter Zweiter. 1994 lief er seinen ersten Weltrekord (5000 m 12:56,96 Hengelo). 1995 gewann er bei den Weltmeisterschaften erneut die 10000 Meter und lief Weltrekorde über 5000 (12:44,39 Zürich) und 10000 Meter (26:43,53 Hengelo). 1996 kam es bei den Olympischen Spielen in At-lan-ta zum großen Finale über 10000 Meter gegen seinen größten Rivalen, den Kenianer Paul Tergat, das er mit 83 Hunderstel Vorsprung für sich entschied.

1997 gewann er erneut den WM-Titel über 10000 Meter und verbesserte den 5000-m-Weltrekord in Zü-rich auf 12:41,86 Minuten. 1998 war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere und ein 10000-m-Rekord in Hengelo in 26:22,75 Minuten und über 5000 Meter in Helsinki (12:39,36 min) krönten die Saison. 1999 wurde er zum vierten Mal hintereinander 10000-m-Weltmeister, doch ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Sydney plagten ihn in der Vorbereitung erstmals massive Achillessehnenbeschwerden. Im 10000-m-Finale kam es erneut zum Showdown mit seinem Erzrivalen Paul Tergat. Neun Hunderstel Vorsprung retteten den Äthiopier zum zweiten olympischen 10000-m-Gold.

Ein dritter Platz bei den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton über 10000 Meter und Silber bei der WM 2003 in Paris über dieselbe Distanz zeigten seinen unbezähmbaren Willen, denn auch nach einer Achillessehnenoperation blieb er nicht mehr beschwerdefrei. Wer glaubt, dass ein Wunderläufer wie Gebrselassie nach neuen, nie gekannten, revolutionären Laufprogrammen trainierte bzw. trainiert, der wird enttäuscht sein. Gebrselassies Trainer Dr. Woldemeskel Kostre kennt auch nur die klassischen Laufprogramme, traute sich aber die Intensitäten seiner Athleten in bis dato unbekannte Tempobereiche zu steigern.

Erstaunlich war also in den neunziger Jahren mehr Gebrselassies enorme Belastungsverträglichkeit, denn die zugrunde liegende Programmatik der Trainingsvorgaben. Zu besten Zeiten absolvierte Gebrselassie dreimal pro Woche Bahntrainingseinheiten, die ihresgleichen suchten. Aufgrund seiner Beschwerden reduzierte Gebrselassie die Intensitäten im Training später, steigerte aber die Laufumfänge, was schließlich bei seinem „richtigen“ Marathon-Debüt 2002 in London in einer Endzeit von 2:06:35 Stunden gipfelte (3.Platz).

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