Sport und Psyche

Gedanken, die helfen können

Denken Sie beim Laufen an alles andere, nur nicht ans Training!

Gehirn

Gedanken an andere Dinge können eine Übermotivation vermeiden.

Stellen Sie sich vor, es ist Sonntagmorgen, draußen ist es kalt und regnerisch, und vor Ihnen liegt der geplante lange Dauerlauf. Schon beim Aufwachen beherrscht Sie nur ein Gedanke: „Könnte ich doch im Bett liegen bleiben.“ Denn die Trainingseinheit, die Sie sich vorgenommen haben, ist lang und einsam.

Denken Sie beim Laufen an alles andere, nur nicht an Ihr Training, und Sie werden spüren, wie die Kilometer dahinfliegen.
Bei einer Studie mit Läufern in Alabama stellte man fest, dass diesen das Training sehr viel leichter fiel, wenn sie nicht an die körperliche Anstrengung, sondern an den Partner dachten, oder sonstigen Gedanken nachhingen. Dies half den Testpersonen nicht nur, das Lauftraining als weniger anstrengend zu empfinden, sie fühlten sich anschließend auch sehr viel wohler.

Und woran sollte man denken, wenn man seinen Körper richtig fordern will, in einem Wettkampf beispielsweise? Wettkampfsituationen stellen andere Ansprüche an den Sportler. Die Einstellung auf die zu erwartende körperliche Anstrengung ist enorm wichtig. Aber auch hier können Gedanken an andere Dinge als den Sport eine Übermotivation vermeiden und während des Wettbewerbs über körperliche Tiefs hinweghelfen.

Und hier die sechs meistgenannten Gedanken, die den Testpersonen das Training erleichterten (in der Reihenfolge der häufigsten Nennungen):

  1. Partnerschaft und Familie

  2. Haus- und Gartenarbeit

  3. Häuser und Gebäude entlang der Trainingsstrecke

  4. Persönliche Probleme

  5. Landschaft entlang der Trainingsstrecke

  6. Beruf und Karriere


Gedanken machten sich auch schottische Wissenschaftler, die feststellten, dass die verschiedenen Jahreszeiten einen starken Einfluss darauf haben, wie intensiv man eine Sportart ausübt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Juli die Zeit der extremsten sportlichen Aktivitäten ist, während im Januar selbst Hallensportarten kaum Interesse finden.

Die Wissenschaftler führten dies nicht alleine auf die Witterung zurück, sondern auf die weit verbreiteten Winterdepressionen, deren Symptome ein ungewöhnlich großes Schlafbedürfnis und übermäßiger Appetit sind, und die natürlich auch durch das Wetter beeinflusst werden.