Barfußlaufen

Ein Meisterwerk der Evolution: Der Fuß

Warum sollte man barfuß laufen? Oder anders herum gefragt: Warum tragen wir überhaupt Schuhe? Ein Blick auf die Füße.

Barfuß am Strand

Der Fuß ist ein fantastisches Konstrukt.

Bild: Helene Souza / pixelio.de

1. Meisterhaftes Bauwerk
Der Fuß ist ein fantastisches Konstrukt, bestehend aus 28 Knochen, 33 Gelenken und zahlreichen Muskeln. Der gesamte Fuß hat eine elas­tische Struktur, die sich viel­fältig ­verformen lässt. Dabei ­bewegen sich alle Teile gemeinsam in einem System.

2. Die Fußgewölbe
Nur ein Teil des Fußes hat Bodenkontakt, unterstützt von einigen Fußknochen. ­Andere Teile werden von der Muskulatur in einer Bogenform gehalten. Am auffälligsten sind hier das Längs- und das Quergewölbe: Das Längswölbe liegt auf der Fußinnenseite, etwa auf halber Strecke zwischen Großzehe und Ferse. Das Quergewölbe befindet sich vorn unterm Ballen. Man spürt es mit der Hand, wenn man unter dem Ballen quer über die Fußsohle streicht.

3. Natürliche Dämpfung
Die Gewölbe an der Fußsohle sind dazu gedacht, sich bewegen zu können, und sollten daher eigentlich weder durch eine stark ausgeprägte Unterstützung (Pelotte) in Position gehalten werden noch durch zu stabile Laufschuhe. Beim Laufen ändert der Fuß seine Struktur: Er ist angespannt (Supination) oder entspannt (Pronation). Beim Abrollen ist die Struktur locker und wirkt als natürlicher Dämpfungsmechanismus. Zum Abdrücken vom Boden spannt sich die Muskulatur an, die ­Fußstruktur verfestigt sich.


Schuhe bieten Schutz vor dem Untergrund, filtern aber auch die Informationen über die ­Bodenbeschaffenheit. Die Fußmuskeln ziehen sich ja nicht ­zufällig zusammen, sondern sind auf die neuronale Stimu­lation angewiesen. Je besser und direkter ­diese Meldungen zu den ­Rezeptoren in der Fußsohle ­gelangen, desto besser.

5. Schuhe und Dämpfung
In Laufschuhen steht der Fuß wie auf einer Rampe, also steht auch die Ferse höher. Folge: Die Achillessehne wird weniger gedehnt, als wenn man barfuß läuft. Genau daran muss sie sich beim Barfußlaufen oder in Minimalschuhen erst gewöhnen.

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