Anfängertraining

Der Sprechtest

Bei einem Lauftempo, bei dem Läufer ohne Atemnot sich unterhalten könn(t)en, liegen sie im optimalen aeroben Trainingsbereich.

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Wer sich beim Laufen unterhalten kann, läuft garantiert nicht zu schnell.

Bild: Saucony

Liebe Laufanfänger, seid Ihr bereit? Dann bitte lauft Euch jetzt fünf Minuten ganz langsam warm und anschließend weitere 25 Minuten während derer Ihr Schillers „Glocke“ rezitiert. Und los!“ Hand aufs Herz, könnten Sie das? O.k., die jüngeren unter Ihnen wissen gar nicht, dass Schiller ein deutscher Dichter und das „Lied von der Glocke“ eines seiner berühmtesten Werke ist. Geht ja auch eigentlich um etwas anderes. Wenn Sie die Glocke kennen würden, wie würde es sich bei Ihrem gewöhnlichen Dauerlauftempo anhören? „Fest gemauert – huh – in der Erden – huhh – steht die Form – japs – aus Lehm gebrannt – huhhh – heute muss – jaaps – die Glocke werden…“ Aufhören!

War nur ein Test. Ein altbekannter Tempotest. Denn das beste Lauftempo ist das, bei dem Sie sich problemlos unterhalten können bzw. könnten. „Ein zu einfacher Test“, sagen die Kritiker, aber Wissenschaftler der University of Wisconsin-La Crosse (USA) haben im Rahmen einer Laufbanduntersuchung Läuferinnen und Läufer Verse rezitieren lassen, und die Untersuchung bestätigte wieder einmal die Aussagekraft des Sprech-Tests.

Bei einem Lauftempo, bei dem die Probanden ohne Atemnot die Verse aufsagen konnten, lagen sie im optimalen aeroben Trainingsbereich, der etwa 70 bis 78 Prozent der maximalen Herzfrequenz entsprach. Diejenigen, die beim Dichten außer Atem kamen und zu Sprechpausen gezwungen waren, lagen grundsätzlich im aerob-anaeroben Schwellenbereich bzw. in einem Herzfrequenzbereich, der 80 bis 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz entsprach. Das Fatale: Auch Letztere meinten, dass sie in einem konfortablen Wohlfühltempo unterwegs seien. Falsch gedacht.

Wollen Sie sich also im Training nicht überfordern, machen Sie tatsächlich den Sprech-Test. Es muss ja nicht Schillers „Glocke“ sein.