Stilsicher - so geht's

Der richtige Laufstil

Ein guter Laufstil spart Kraft und beugt Verletzungen vor. Schon einfache Korrekturen sind effizient.

Läufer

So unterschiedlich der Laufstil von Person zu Person ist, so viel Kraft kann durch einen guten Laufstil eingespart werden.

Bild: iStockphoto.com / kristian sekulic

Beobachten Sie einmal vorbeilaufende Jogger. Von zehn laufen acht „unrund“. Gemeint ist ein Laufstil, der nicht ökonomisch ist und Kraft kostet. Eventuell ruft er sogar mit der Zeit Beschwerden hervor.

In erster Linie dafür verantwortlich ist die Beinbewegung in Verbindung mit der Haltung des Oberkörpers. Erst in zweiter Linie sind die Arme für einen „eckigen“ Laufstil verantwortlich. Sie balancieren meist lediglich falsche Beinbewegungen aus. Beine, Hüfte, Oberkörper, Kopf und Arme bilden beim Laufen ein zusammenhängendes Ganzes und lassen sich nicht völlig unabhängig voneinander betrachten.

Ein Mensch mag sich normal bewegen, wenn er geht. Sobald er joggt oder schnell läuft, ist es aus mit der Harmonie. Achten Sie nur einmal auf Menschen, die im Laufschritt versuchen, einen Bus oder eine Straßenbahn zu erreichen. Hauptverantwortlich für eckige und unharmonische Bewegungen sind Komponenten wie kleinere oder größere statische Fehlstellungen, eine muskuläre Unausgeglichenheit (Dysbalancen), Koordinationsschwierigkeiten oder untrainierte Muskulatur.

Beginnen wir mit der Fehleranalyse dort, wo wir beim Laufen mit dem Boden in Berührung treten: bei den Füßen und den Beinen. Mit ihnen regulieren wir das Tempo und die Dynamik des Laufes.

Wenn der Schritt zu lang ist
Zahlreiche Läufer würden viel gewinnen, wenn sie den Schritt verkürzten. Oft ist er zu lang. Der Grund dafür ist fehlendes Koordinationsgefühl. Ist der Schritt zu lang, wird Kraft vergeudet, denn der Schwung wird bei jedem Schritt gebremst. Vor allem bei Läufern, die über die Ferse abrollen, besteht diese Gefahr. Geringer ist sie bei solchen, die mit dem Mittelfuß landen und den Fuß näher unterhalb des Körperschwerpunkts aufsetzen.

Dies sollten Sie vermeiden
1. Der Oberkörper ist im Hohlkreuz oder zu weit nach vorne gebeugt.
Der Läufer „sitzt“ im Schritt. Der Grund: Die Hüfte wird nicht bei jedem Schritt nach vorne gebracht. Dadurch geht Dynamik verloren, Rückenbeschwerden können die Folge sein, vor allem nach längeren Läufen.

2. Bergab mit langem Schritt laufen. Der Staucheffekt vergrößert sich proportional zur Gefälleneigung - ein Mehrfaches des Körpergewichts wird abgefangen. Laufen Sie mit kurzen Schritten.

Kleinere Läufer, kürzere Schritte
Ist der Laufschritt zu kurz, wird quasi Raum verschenkt, weil man uneffektiv läuft. Allerdings sind Auswirkungen wie Tempoverlust durch Kraftvergeudung, wie sie beim zu langen Schritt auftreten, bei zu kurzem Schritt weit weniger signifikant, im Gegenteil. Wer als Hobbyläufer zu kurze Schritte setzt, hat im Grunde keine Probleme zu erwarten. Es sei denn, er hat ästhetische Ansprüche oder wundert sich, dass er sich nicht schneller fortbewegt.

Grundsätzlich ist die Schrittlänge immer im Verhältnis zur Körpergröße zu sehen. Es ist logisch, dass kleinere Menschen kürzere Laufschritte haben als groß gewachsene. Die Schrittlänge vergrößert sich automatisch mit der Verbesserung des allgemeinen Trainingszustands.

Schrittfrequenz
Zu diesem Thema erhalten Sie hier bewusst keine Tipps, weil wir es für wenig sinnvoll erachten - um nicht zu sagen: für kontraproduktiv - wenn Anfängern erzählt wird, sie sollten eine bestimmte Schrittfrequenz einhalten. Fortgeschrittene Läuferinnen und Läufer können eventuell kontrollieren, wie viele Schritte sie pro Minute setzen. Diese Analyse führt allerdings nicht weiter, zumal die Schrittfrequenz abhängig vom Lauftempo ist. Für geradezu abstrus halten wir Angaben (Vorgaben!) zur Schrittfrequenz in Zusammenhang mit Musik beim Laufen. Es gibt tatsächlich eine Musikproduktion, die Musikstücke veröffentlicht und diese mit Schrittfrequenz-Zahlen versieht.

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