Laufberufe

Der Personal Trainer

Wer gern Sport treibt und ebenso gern andere dazu motiviert, hat die Grundausstattung für den Beruf Personal Trainer.

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Viele Personal Trainer waren oder sind noch erfolgreiche Wettkampf-Läufer wie Sonja von Opel aus München.

Personal Trainer gab es zuerst in den USA und dort vor allem in der Künstlerszene Kaliforniens, wo Fitness und Sportlichkeit seit den Siebzigerjahren eine immer größere Rolle spielten. Menschen mit gutem Einkommen und wenig Freizeit begannen, sich mit Hilfe von Personal Trainern fit zu halten. Es gehört dort seither zum gehobenen Lebensstandard, einen Personal Trainer zu beschäftigen. Die besten dieser Zunft verdienen gut und vermarkten sich in Büchern, Kolumnen und TV-Shows.

Seit etwa zehn Jahren finden auch bei uns „persönliche Trainer“ zunehmend ihre Kundschaft. Mit dem Fitness- und Gesundheits-Boom seit Mitte der Neunzigerjahre entstand ein Markt für dieses Berufsbild, wobei vor allem die Fitness-Studios eine Schlüsselrolle spielten. Hier bekamen Trainer ein Betätigungsfeld, und hier fand sich die ideale Klientel ein: Menschen meist ohne langjährigen sportlichen Background, aber mit umso größerem finanziellen Spielraum. Die Trainer führten neben der obligatorischen Geräteeinweisung zusätzlich Einzeltrainings mit Personen durch, die eine besondere Betreuung wünschten – zum Beispiel zum Abnehmen oder als Vorbereitung auf den ersten Marathon oder Triathlon.

Der Standort ist entscheidend
„Auf dem Land sind die Berufschancen sicherlich nicht so gut wie in Ballungszentren mit hohem Einkommensniveau“, sagt Sonja von Opel, Personal Trainer in München mit Klienten nicht nur, aber auch im Vorort Grünwald (sonjavonopel.com). „Dort leben nun einmal verhältnismäßig viele Menschen, die sich einen Personal Trainer leisten können. Diese Leute schätzen die Exklusivität und wollen nicht unter vielen sein, wenn sie sich um ihre Problemzonen kümmern.“

Was sollte man beachten, wenn man Personal Trainer werden will? Jens Karraß, ehemaliger Top-Langstreckenläufer internationalen Formats (jkrunning.de), trainiert seit Jahren prominente und weniger prominente Menschen, darunter Caroline Beil und Brigitte Zypries. Er rät Interessenten: „Teste dich selbst mit Leuten aus deinem Umfeld – Eltern (die machen keinen Sport – genau!), Kollegen (die nehmen mich nicht ernst – ja!) oder anderen harten Fälle. Lade sie zu einem Coaching-Programm ein. Kümmere dich um sie, als wären es deine besten Kunden. Kannst du sie happy machen, sie zu mehr Leistungsfähigkeit bringen? Wenn diese harten Fälle nach vier oder sechs Wochen sagen: 'Du hast mir sehr geholfen, ich fühle mich so viel besser. Was kann ich dir dafür zahlen?‘, dann kannst du Personal Trainer werden, denn dann hast du es drauf.“ Und wie schafft man es, zufriedene Kunden zu halten? Karraß: „Jedes Training, jeder Termin muss ein Teil des Weges zu dem Ziel sein, das mein Kunde erreichen will.“

Mindestgröße: sieben Kunden
Wichtig für einen persönlichen Trainer ist die Vernetzung. Sonja von Opel rät: „Als Personal Trainer tut man gut daran, in Kooperation mit einem Fitness-Studio zu arbeiten. Das kostet zwar Miete für Räumlichkeiten, aber nicht jeder Kunde will zu Hause trainieren. Auch Kollegen, die als Vertretung einspringen können, sind wichtig. Außerdem empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten oder Masseuren, die Bereiche abdecken, die man als Trainer nicht bedienen kann.“

Ab welcher Kundenzahl sich der Job rentiert, ist abhängig vom Stundenhonorar und der Zahl der Klienten. „Je nach Stundensatz müssen es schon sieben bis zehn Kunden pro Woche sein, damit man einigermaßen davon leben kann“, sagt von Opel. Sie empfiehlt eine Zusammenarbeit mit Firmen, die einen Trainer für ihre Angestellten über einen längeren Zeitraum buchen.

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Der Weg zum Personal Trainer