Leistungsdiagnose

Bessere Ergebnisse durch professionelle Leistungsdiagnostik

Vergessen Sie Pulsformeln und Schätzwerte: Wer als Läufer wirklich besser werden will, kommt an professioneller Leistungsdiagnostik nicht vorbei.

Professionelle Leistungsdiagnostik

Auf dem Prüfstand: Die genaue Trainingsabstimmung auf den jeweiligen Leistungsstand lohnt sich für Anfänger ebenso wie für Ambitionierte.

Bild: Thomas Wenning

Ihren Maximalpuls kennen Sie nicht? Kein Problem. Dafür gibt’s ja die gute, alte Altersformel. Durch simples Grundrechnen können Sie damit in Sekundenschnelle Ihre Leistungsgrenze und Ihre Belastungsbereiche ermitteln: Man subtrahiert sein Alter von der Zahl 220. Als 40-jähriger Mann kommen Sie so zum Beispiel auf einen Maximalpuls von 180. Bei regenerati­ven Läufen sollten Sie demnach eine Herzfrequenz von 117 nicht überschreiten (65 Pro­zent des Maximal­pulses), und Tempoläufe wären mit rund 150 Schlägen pro Minute (85 Prozent) zu absolvieren. Das Problem: So verbreitet die Formel und ihre Varianten auch sind, so untauglich sind sie selbst als grobe Richtschnur für Training und Wettkampf.

Die ursprüngliche Altersformel stammt aus dem Jahr 1938 und wurde auf der Basis einer Untersuchung mit gerade einmal elf Probanden entwickelt. Sie lautete 212 minus (Alter mal 0,77). Erst im Jahr 2002 stellten Robert A. Robergs und Roberto Landwehr von der University of New Mexico (USA) die Formel ernsthaft auf den Prüfstein und kamen durch eine umfangreiche Metastudie zu dem Ergebnis, dass die Altersformel nicht einmal im Ansatz wissenschaftlich haltbar ist: Die durchschnittliche Abweichung des tatsächli­chen Maximalpulses vom Alterswert beträgt plus/minus 10 Schläge. Es können sogar bis zu 25 Schläge pro Minute sein. Selbst Würfeln verspricht da mehr Genauigkeit. Und auch die bei routinierten Läufern gängige Me­thode, den Maximalpuls im Rahmen eines am Anschlag gelaufenen 5- oder 10-Kilometer-Laufs auszuloten, reicht für eine optimale Ausschöpfung des läuferischen Potenzials und die entsprechende Trainingsgestaltung nicht aus.

Erfreulicherweise haben die wichtigsten Methoden der Leistungsdiagnostik wie Laktat­messung und Ergospirometrie in den letzten Jahren durch neue Berechnungsverfahren und eine deutlich breitere Datenbasis an Zuverlässigkeit und Qualität gewonnen. Durch die langjährige Erprobung und Verfeinerung ist die Diagnostik inzwischen so aussage­kräftig, dass sie dem Ausdauersportler sehr wertvolle Erkenntnisse für sein Training wie auch für den Wettkampf liefern kann. „Man findet dadurch immer etwas, was man verbessern kann“, sagt Ernst Jakob, Chef­arzt der Sportmedizin an der Sportklinik Hel­lersen (siehe Interview). Der Mann muss es wissen: Seit über zwei Jahrzehnten betreut er Freizeit- und Spitzenathleten aus den unterschiedlichsten Sportarten. Technisch einwandfreie, geeichte Geräte sowie qualifiziertes, erfahre­nes Personal sind jedoch die Grundvoraussetzung für verlässliche Ergebnisse. Im Folgen­den erklären wir, wie die acht wichtigsten aktuellen Unter­suchungsmethoden funktionieren und wie Sie als Sportler davon profitieren können.

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