Laufen mit Musik

Beim Laufen macht der Takt die Motivation

Musik beim Laufen macht zwar nicht schneller, schiebt aber die Ermüdung hinaus. Allerdings kann langsame Musik die Laufeffizienz verschlechtern.

Der Takt macht die Musik

Musik kann motivieren. Aber sie kann auch bremsen, wenn ihr Rhythmus zu langsam ist.

Bild: iStockphoto.com / RichVintage

Viele Läufer schwören beim Laufen auf Musik. Ob monotone Technoschläge, rockige Lieder oder poppige Sounds – Hauptsache antreibend soll es sein.

Costas Karageorghis, Psychologie-Professor der Londoner Brunel University, untersucht seit 20 Jahren den Einfluss von Musik auf die sportliche Leistung. Er behauptet, dass Musik gerade bei Freizeitläufern die Ermüdung hinauszögere und die Leistungsfähigkeit steigere.

Entscheidend sei das Verhältnis zwischen Pulsfrequenz und Beats pro Minute (BPM), also dem Takt der Musik. So eignen sich laut Karageorghis solche Musikstücke besonders gut, deren BPM-Zahl etwa einer Herzfrequenz von 85 Prozent des Maximalpulses entspricht.

Musik mit einem langsameren Rhythmus hingegen passt eher zu lockeren Läufen. Laufschritte und BPM sollten taktgleich sein. Gerade gleichmäßige Takte wie der 2/4- oder 4/4-Takt begünstigen den Laufschritt.

Der Rhythmus der Laufschritte und der Takt der Musik sollten im Einklang sein.

Eine aktuelle Studie der Brunel-Universität bestätigt Karageorghis Annahmen. Zehn untrainierte Män­ner, alle Anfang 20, absolvier­ten in einem Testlabor jeweils dreimal zwölf Minuten auf einem Fahrradergometer. Sie traten dabei 65 Kurbelumdrehungen pro Minute bei 70 Prozent ihrer maximalen Herzfrequenz. Die Probanden hörten jeweils drei verschiedene Lieder mit 123, 130 und 137 BPM.

Ergebnis: Die Herzfrequenz und die empfundene Anstrengung unterschieden sich bei den drei Liedern kaum, aber der Sauerstoffverbrauch war bei dem Lied mit 130 Schlägen pro Minute (was etwa 70 Prozent der HFmax entsprach) deutlich geringer als bei dem langsameren mit 123. Es scheint also, dass langsamere Musik, bei der die BPM-Zahl niedriger ist als die Schrittfrequenz, die Laufeffi­zienz verschlechtert.

Generell gilt aber: Musik bringt keine Leistungssteigerung, sondern wirkt sich positiv auf die Laufmotivation aus. Die Musik motiviert und stimmt den Läufer positiv, sie hat jedoch keinen Einfluss auf die körperliche Verausgabung (Laktat und Herzfrequenz).

Ein kleines Tool um die passende Musik für die eigene Laufgeschwindigkeit bzw. Schrittfrequenz zu finden, hat unser Leser Sebastian Rupp programmiert. Sie finden es unter musik-zum-joggen.de.

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