Höhentraining

Anpassung ist individuell

Es gibt eine große individuelle Streubreite, wie stark der einzelne Läufer auf das Höhentraining anspricht.

Der letzte Kenntnisstand zum Thema Höhentraining scheint eine pauschale Unterteilung in »gut oder schlecht« zu relativieren. Laut Prof. Dr. Andreas Nieß, dem Leiter der Sportmedizinischen Abteilung der Universitätsklinik Tübingen, einem Experten in Sachen Höhentraining, lassen neuere Arbeiten vermuten, »dass eine größere individuelle Streubreite im Ansprechen auf das Höhentraining besteht«. Nieß zitiert die neuesten sportmedizinischen Erkentnisse aus einer Untersuchung seines amerikanischen Kollegen Robert F. Chapman: »Es gibt Athleten, die auf ein Höhentraining mit einer starken Zunahme der Neubildung roter Blutkörperchen und der Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme reagierten, und es gibt Athleten, die keine derartigen Reaktionen zeigten. Dabei wiesen die ›Responder‹ zu Beginn des Höhenaufenthaltes auch einen deutlicheren Epo-Anstieg auf und konnten im Gegensatz zu den ›Non-Respondern‹ ihre anschließende Laufleistung über alle Wettkampfdistanz verbessern.«

Das Fazit des Tübinger Mediziners: »Es besteht nach wie vor eine Diskrepanz zwischen einer wissenschaftlich bisher nicht objektivierten Wirksamkeit von Höhentraining einerseits und in Teilen guten individuellen Erfahrungen von Athleten andererseits.«

Auch für Freizeitläufer
Eines steht jedenfalls fest: Alle Phänomene, die man mit dem Höhentraining verbindet, sind nachweislich nicht nur für Olympiateilnehmer von Bedeutung, sondern auch für Freizeitläufer: eine bessere Sauerstoffversorgung der Muskulatur, eine kürzere Regenerationszeit nach Belastungen, eine Verbesserung des Fettstoffwechsels sowie eine Erhöhung des energetischen Umsatzes. Der letztgenannte Effekt kann das Höhentraining grundsätzlich sogar für übergewichtige Menschen sinnvoll machen.

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