Der Läufer-Knigge

§5 Hunde und Halter

Wer erschreckt wen? Rudimentäre Kenntnisse der Hunde-Psychologie schützen die Gesundheit.

Unangenehme Begegnungen mit Hunden - fast jeder Läufer kennt sie: völlig unschuldig trabt man seiner Wege und steht auf einmal einem bellenden Vierbeiner gegen­über. „Der tuuuut nichts!“, schallt es einem von Herrchen oder Frauchen aus der Ferne entgegen, während sich das liebe Tier auf die Hinterbeine begibt, um einen mit vollem Körpereinsatz aus den Laufschuhen zu hauen. Auf das ungeteilte Bedauern oder gar eine Entschuldigung des Besitzers zu hoffen ist häufig nicht mehr als ein ­frommer Wunsch.

Aber Hand aufs Herz: Nicht jede Begegnung mit Hund und Halter verläuft derart dramatisch. Gehen Sie also erst mal von folgender positiver Grundannahme aus: Nicht jeder Hund hat es auf Ihr Leben abgesehen und nicht jedes Herrchen gibt seinem Liebling die uneingeschränkte Erlaubnis, Jogger zum Frühstück zu vertilgen.

In dem unwahrscheinlichen Fall, dass Halter und Hund sich doch entschlossen haben sollten, die Jagdsaison auf unschuldige Läufer zu eröffnen, ist es selbstverständlich Ihr gutes Recht, Ihre exzellenten Läufermanieren für einen kurzen Moment zu vergessen! Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, können Ihnen die folgenden Regeln helfen.

Regel 1
Das beste Verhalten gegen­über fremden Vierbeinern ist ein deutlich signalisiertes Des­interesse. Je desinteressierter der Läufer, desto weniger Interesse wird im Regelfall auch der Hund zeigen.

Regel 2
Ein Läufer sollte niemals direkt auf einen ihm fremden Hund oder dessen Halter zulaufen. Beides könnte vom Hund als Angriff gewertet werden, der ihn zur Verteidigung seiner selbst oder seines Herrchens zwingt.

Regel 3
Nähert sich ein Läufer einem Hund und dessen Halter von hinten, ist es ratsam, sich möglichst früh bemerkbar zu machen. So reduziert er die Gefahr, dass sich der Hund erschreckt und in einer Weise reagiert, die der Situation unangemessen ist. Gleichzeitig gibt er dem Halter die Möglichkeit, sein Tier anzuleinen oder, falls es bereits an der Leine geht, strammer zu halten, um dem Läufer ein problemloses Passieren zu ermöglichen. Das Bemerkbarmachen kann auf unterschiedliche Art erfolgen – etwa durch lautes Räuspern oder schlurfende Schritte.

Regel 4
Hat ein Läufer große Angst vor einem Hund, den er zu passieren hat, sollte er sich nicht davor scheuen, den Halter des Hundes darum zu bitten, sein Tier für den entsprechenden Zeitraum anzuleinen. Diese Bitte sollte in jedem Fall freundlich formuliert werden, zumal dann, wenn von dem Hund bislang keinerlei aggressives Verhalten an den Tag gelegt wurde.

Regel 5
Sollten Sie tatsächlich von einem Hund physisch angegriffen werden und materiellen oder körperlichen Schaden davontragen, lassen Sie sich vom Halter des Tieres Name und Anschrift geben, um mit diesem später zur Schadens­regulierung erneut Kontakt aufnehmen zu können. Wenn Sie Zweifel an der Seriosität des Halters haben, suchen Sie sich einen Zeugen, der dem Vorfall beigewohnt hat.

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