Der Läufer-Knigge

§4 Verhalten gegenüber Nichtläufern

Laufen ist ein toller Sport, und regelmäßige Läufer verfügen ganz sicher über einige Vorteile gegenüber Nichtläufern. Aber Obacht: Unbegründete Arroganz gehört ganz sicher nicht dazu! Läufer, die nichts Besseres zu tun haben, als sich etwa in Bezug auf Walker in Lästereien über „Spaziergänger in Funktionsfasern“ oder Vergleichbarem zu ergehen, werfen ein schlechtes Licht auf die Läufer-Community und deren Vorstellungen von sportlicher Fairness und Toleranz.

Zum angemessenen Verhalten gegenüber Nichtläufern gehört natürlich auch, Ihre nicht laufenden Mitmenschen nicht über Gebühr und vor allem ungefragt mit Details aus Ihrem Läuferleben zu beglücken. Nicht jeder interessiert sich für Pulswerte, Temposchnitte inklu­sive Verbesserungen im Millisekunden-Bereich. Wenn Sie merken, dass Ihr Gesprächspartner sich verstohlen nach einem Fluchtweg umsieht, dann ist es höchste Zeit, das Thema zu wechseln. Vielleicht fragen Sie ihn einfach mal nach seinem Hobby?

Regel 1
Läufer sind dazu angehalten, auch jenen Menschen mit Respekt zu begegnen, die die positive Wirkung des Laufens auf Körper und Geist für sich noch nicht entdeckt haben und dies bis auf Weiteres auch nicht zu tun gedenken.

Regel 2
Ein Läufer darf nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass sich Nichtläufer in demselben Maße für die Details des Laufsports inter­essieren wie er selbst. Im Zweifelsfall gilt es, die Reaktionen der Mitmen­schen genauestens zu überprüfen, um eventuell das Thema in eine andere Richtung steuern zu können, bevor der Gesprächspartner der Konversation ein Ende setzt. Dies gilt um­so mehr, je interessierter der Läufer am betreffenden Gesprächspartner ist.

Regel 3
Läufer haben ihren Mis­sions­eifer zu zügeln und müssen akzeptieren, dass es Personen gibt, die aus unterschiedlichen Gründen von den Vorteilen des Laufsports nicht überzeugt werden wollen. Spätestens nach zwei erfolglosen Missionierungsversuchen hat der Läufer zu akzep­tieren, dass die betreffende Person ohne das Laufen ­leben möchte. Das gilt insbesondere in Lebens­gemeinschaften.

Weiterlesen

Seite 5 von 11
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
§5 Hunde und Halter