Herzfrequenzmessung ohne Pulsgurt

TomTom Runner Cardio im Test

Wer den Puls messen will, brauchte bislang einen Brustgurt. Navi-Spezialist TomTom bricht bei der neuen Runner Cardio mit dieser Regel. Der RUNNER'S-WORLD-Praxistest.

TomTom Cardio Runner

Die TomTom Runner Cardio kommt bei der Herzfrequenzmessung ohne Brustgurt aus.

Bild: Hersteller

Wer bisher von einer Pulsuhr sprach, der dachte bislang immer an die Einheit aus (Puls-)Uhr und dazugehörigem Brustgurt. Adidas brach bereits Ende letztes Jahr mit dieser Regel (ein ausführlicher Test hier), der Navi-Spezialist TomTom zog jetzt mit der Runner Cardio nach. Dabei setzen die Niederländer bei ihrer neuen Sportuhr auf eine Technik, die den Pulsschlag am Handgelenk misst. Das ist sehr komfortabel, da der Brustgurt entfällt. Aber ist diese Messung auch exakt?

Die TomTom Runner Cardio misst die Herzfrequenz am Handgelenk

Die Herzfrequenz wird am Handgelenk gemessen, dafür sorgen zwei LED-Sensoren, die das Blutvolumen unter der Haut messen. Anhand dieses Pulssignals lässt sich so die tatsächliche Herzfrequenz errechnen. Daher muss die TomTom Runner Cardio möglichst eng am Handgelenk getragen werden. Das ist bei der TomTom aber keineswegs unangenehm, da das Gerät mit seinen 63 Gramm ein echtes Leichtgewicht ist. Zudem schmiegt sich das weiche Gummi sehr angenehm ans Handgelenk. Mal findet die TomTom das Pulssignal in Sekundenschnelle, mal vergehen Minuten. Laut Hersteller reicht das bloße Anlegen der Uhr, ein Anfeuchten, wie man es bei Brustgurten gewohnt ist, sei nicht erforderlich. Ist das Pulssignal einmal gefunden, ist es stabil und reißt nicht ab. Bei den Pulswerten verblüffte vor allem die Genauigkeit, die bei der Adidas Smart Watch in dem Maße nicht gegeben war.

Im Vergleich zu einer herkömmlichen Pulsuhr namenhafter Hersteller wich die TomTom Runner Cardio um maximal fünf Schläge ab. Allerdings fiel beim Testen auf, dass die TomTom mit den Pulswerten etwa zwei bis fünf Sekunden hinterher hinkte. Das würde daran liegen, erklärte uns TomTom, dass das Blut erstmal zum Handgelenk fließen müsste. Aber bis zu fünf Sekunden? Der Durchschnittswert am Ende der Trainingseinheit passte wiederum sehr gut. Extreme Ausreißer gab es bei der TomTom keine, die Schwankungen lagen im tolerablen Bereich von zwei bis zu acht Pulsschlägen. Alles in allem ganz gute Werte für eine neue und sicherlich noch nicht ausgereifte Technik. Wer es beim Puls möglichst exakt haben möchte, für den eignet sich die Herzfrequenzmessung am Handgelenk noch nicht. Wem es allerdings nicht auf zwei Schläge Differenz ankommt und lieber auf den lästigen Brustgurt verzichten möchte, findet mit der TomTom das ausgereifteste Produkt in Sachen Herzfrequenzmessung am Handgelenk auf dem Markt.

Funktionen und Bedienung der TomTom Runner Cardio

Die Menüführung ist dank der Ein-Knopf-Steuerung denkbar einfach. Das Menü wirkt aufgeräumt und aufs Nötige reduziert. Trotzdem unterstützen Funktionen wie Intervalltraining, vordefinierte Ziele, Renntempo und Pulszonen das Training. Wie schon beim Vorgänger, der TomTom Runner, zeichnet die Uhr auch Einheiten auf dem Laufband auf. TomTom spielt mit der Cardio Runner den größten Vorzug des Vorgängers aus: das superschnelle und genaue GPS. Hat man die Uhr zuvor mit dem PC synchronisiert, findet das GPS binnen Sekunden einen Satelliten. "QuickGPSfix" nennt TomTom diese Technologie, die es ermöglichst den Standort von Satelliten sieben Tage lang zu speichern. So funktioniert auch im Wald zuverlässig und schnell die Satellitenortung. Das GPS verdient Bestnoten!

Optik und Display der TomTom Runner Cardio

Die Uhr trägt sich sehr angenehm, nicht zuletzt aufgrund des geringen Gewichts von nur 63 Gramm. Ein hoher, regulierbarer Kontrast und große Ziffern sorgen für eine gute Ablesbarkeit des Displays. Das Design ist schlicht gehalten, die Uhr schlank. Es gibt die TomTom in den Farbausführungen schwarz und weiß.

Trainingsauswertung der TomTom Runner Cardio

Absolvierte Trainings können sowohl am PC als auch auf dem Smartphone ausgewertet werden. Die App "TomTom MySports" ist kostenlos erhältlich. Nachdem man einen Account angelegt hat und die Uhr mit dem Smartphone über die Bluetooth-Schnittstelle koppelt, lassen sich die Trainingsdaten über einen Wisch auf dem Smartphone ganz leicht übertragen. Die App zeigt nicht mehr an als sie muss: Distanz, Dauer, verbrannte Kalorien, Tempo, Anstiege und natürlich Puls - alle für Läufer relevanten Daten lassen sich auf einen Blick abrufen. Die gleichnamige Web-Plattform ist ähnlich übersichtlich gehalten, aber mit zusätzlichen Features, wie einer Kartenfunktion, ausgestattet. Auch hier hat TomTom merklich nachgebessert, nachdem "TomTom My Sports" lange noch den Beta-Status hatte. Jetzt wirkt die Web-Auswertung wesentlich anwendungsfreundlicher.

Preis: 269 Euro
Website des Herstellers: www.tomtom.de

14 Pulsuhren

Der große Pulsuhren-Test 2012

Pulsuhren-Test  2012
Im Pulsuhren-Test 2012 haben wir 14 Pulsuhr-Modelle auf Funktionalität... mehr

Einschalten und Loslaufen

Pulsuhr Polar RCX3 im Test

Pulsuhr Polar RCX3 mit optionalem GPS-Sensor Polar G5
Auspacken, kurz die Möglichkeiten der Pulsuhr Polar RCX3 auschecken... mehr