Margot Käßmann

Spiritualität beim Laufen

Dreimal wöchentlich schnürt sich die Bischhöfin die Laufschuhe und joggt zum nahe gelegenen Maschsee.

Evangelisch-lutherische Landesbischöfin Margot Käßmann

Vor 23 Jahren hat Käßmann das Laufen für sich entdeckt.

Bild: Frank Schinski

Wie sind Sie zum Laufen gekommen?
Mein Einstieg liegt genau 23 Jahre zurück. Damals bekam ich Zwillinge und stand nun plötzlich in einem kleinen Dorf mit drei kleinen Kindern da. Mein Mann war berufstätig und ich hatte das Gefühl, irgend­etwas muss es auch für mich ganz allein geben, einmal am Tag muss ich raus. In ­dieser Situation habe ich das Laufen für mich entdeckt und als große Freiheit für mich empfunden.

Und dabei sind Sie geblieben?
Ja, all die Jahre. Mein Tagesablauf ist zu unregel­mäßig, als dass ich mich zum Tennis­spielen oder zu Mannschaftssportarten fest verabreden könnte. Aber Laufen kann ich immer. Ich habe die Laufschuhe schon zu Tagungen nach Brasilien mitgenommen, nach Korea, Südafrika … Normalerweise laufe ich aber in Hannover dreimal pro Woche um den Maschsee, das sind von hier ungefähr sieben Kilometer.

Und welche ist Ihre Lieblingsroute?
Ich empfinde es als Luxus, seit neun Jahren hier mitten in der Stadt um den See laufen zu können und die Natur und die Jahreszeiten zu beobachten. Da bin ich ziemlich bieder. Besonders gern laufe ich auch in Loccum. Wenn wir dort in dem Kloster aus dem 12. Jahrhundert Tagungen haben, laufe ich morgens auf den alten Mönchswegen mit wunderschönem Waldboden durch den Loccumer Forst. Ich bin auch schon mal an der Copacabana gelaufen – aber das ist mehr Schaulaufen, nichts für mich.

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