Pollmächer

Sensationeller Sieg

André Pollmächer gewann den 10.000-m-Europa-Cup im italienischen Ferrara.

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Andre Pollmächer

Bild: Dahms

Die deutsche Langstrecken-Erfolgsstory auf europäischer Ebene setzt sich fort. Rund sieben Monate nach den sensationellen Siegen von Jan Fitschen (10.000 m) und Ulrike Maisch (Marathon) bei den Europameisterschaften von Göteborg, sorgte nun André Pollmächer für eine dicke Überraschung. Der Läufer des LAC Chemnitz gewann den 10.000-m-Europa-Cup im italienischen Ferrara. Pollmächer lief in 28:17,17 Minuten zum größten Erfolg seiner Karriere. Bei den Frauen setzte sich dagegen mit der Türkin Elvan Abeylegesse die Favoritin durch. Sabrina Mockenhaupt gab das Rennen auf, obwohl sie ganz vorne dabei war.

Im Männerrennen hatte eine siebenköpfige Spitzengruppe die Hälfte der Strecke in 14:05,44 Minuten zurückgelegt. Einer nach dem anderen verlor den Kontakt, und auf den letzten zwei Kilometern entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen dem jungen André Pollmächer und dem erfahrenen österreichischen Hindernis-Spezialisten Günther Weidlinger. Erst im Schlussspurt auf den letzten 200 Metern fiel die Entscheidung zugunsten des 24-jährigen Deutschen, der von Bernd Dießner betreut wird. Der Trainer hatte früher unter anderem die Mittelstreckenstars Olaf Beyer und Jens-Peter Herold in die Weltklasse geführt.

André Pollmächer lief in Ferrara bei warmen und windigen Witterungsbedingungen eine persönliche Bestzeit von 28:17,17 Minuten, verfehlte aber die WM-Norm von 28:06. Der Chemnitzer, der vor zwei Jahren bei der EM der unter 23-Jährigen Silber über 5.000 m gewonnen hatte, war bisher 28:22,56 gelaufen. Im vergangenen Jahr hatte er bereits als Siebenter im 10.000-m-Finale der EM überzeugt.

Während Günther Weidlinger in Ferrara in 28:19,11 Minuten Zweiter wurde, kam der beste der traditionell starken Spanier, Carlos Castilljo, erst mit deutlichem Abstand als Dritter ins Ziel (28:32,70). „Mein Ziel war es, ein Platz unter den ersten fünf zu erreichen und die WM-Norm zu laufen. Dass ich gewinnen konnte, war eine Überraschung für mich. Die Hoffnung auf die WM-Norm schwand nach sechs Kilometern, leider war es zu warm. Ich werde nun in Hengelo Ende Mai einen neuen Anlauf nehmen“, erklärte André Pollmächer.

Bei den Frauen gab es eine dicke Enttäuschung für Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon), die zumindest die WM-Norm von 31:40 Minuten knacken wollte. Entsprechend engagiert lief sie an der Spitze. Nachdem die 5-km-Marke in 15:39,33 Minuten erreicht war, übernahm Sabrina Mockenhaupt für zwei Kilometer sogar die Führung. Doch kurz darauf übernahm die Titelverteidigerin Elvan Abeylegesse, die aus Äthiopien stammt, Platz eins und lief einem souveränen Sieg entgegen während Sabrina Mockenhaupt plötzlich aus dem Rennen ging. Offenbar sah sie keine Chance, die WM-Qualifikationszeit zu erreichen.

Während die frühere 5.000-m-Weltrekordlerin Abeylegesse in flotten 31:25,15 Minuten gewann, wurde die Cross-Europameisterin Tetyana Holovchenko (Ukraine) in 31:59,98 Zweite. Rang drei ging an die Belgierin Nathalie de Vos (32:07,62). Eine Enttäuschung erlebte Jo Pavey (Großbritannien) bei ihrem 10.000-m-Debüt, bei dem sie sich weit mehr als Rang vier und 32:21,19 Minuten ausgerechnet hatte.