Seiler gewinnt Supermarathon

Über 15.000 Läufer beim 41. GutsMuths-Rennsteiglauf

15.052 Teilnehmer aus 34 Nationen starteten beim 41. GutsMuths-Rennsteiglauf 2013. Den Supermarathon über 72,7 km gewann Christian Seiler.

GutsMuths-Rennsteiglauf 2013 - Bilder

Am 25. Mai fand zum 41. Mal der GutsMuths-Rennsteiglauf mit 15.052 Teilnehmern aus 34 Nationen statt. Das ist in der Geschichte des Rennsteiglaufs nach dem Rekord vom vergangenen Jahr sowie den Starterzahlen aus dem Jahre 2005 das drittbeste Gesamtergebnis. Bei der Zahl der Anmeldungen, die vor dem Start bei 17.282 Teilnehmern lag, war dies sogar das zweitbeste Ergebnis.

Bei nur 110 Aussteigern auf allen Strecken erreichten 14.942 Finisher das Ziel. Beim E.ON-Supermarathon kamen 2.158 Läufer in Schmiedefeld an. 75 nutzten die Ausstiegsmöglichkeit am Grenzadler, 40 Läufer stiegen vorher aus. 2.873 Marathonis und 6.326 Halbmarathonis beendeten ihren Lauf ebenfalls in Schmiedefeld. 41 Läufer auf der Marathon-, und 21 auf der Halbmarathonstrecke schaften dies nicht.

Für runnersworld.de war Norbert Wilhelmi vor Ort und hat die schönsten Momente beim GutsMuths-Rennsteiglauf mit seiner Kamera festgehalten. Seine schönsten Fotos präsentieren wir in den beiden Fotogalerien oben und weiter unten.

Trailstrecken führen die Läufer über den Rennsteig.

Bild: Norbert Wilhelmi

Christian Seiler konnte sich bereits zum achten Mal in die Siegerlisten einschreiben, in diesem Jahr mit seiner Endzeit von 5:10:25 Stunden zum zweiten Mal auf der Königgstrecke über 72,7 Kilometer. Am Ende fehlten lediglich fünf Sekunden, um den von ihm im letzten Jahr aufgestellten Streckenrekord zu unterbieten.

Der Sieger freute sich nach dem Zieleinlauf: "Das war zwar heute schon mein achter Sieg auf dem Rennsteig, aber der ist mir deutlich schwerer gefallen, als der Sieg im letzten Jahr. Zum einen habe ich weniger trainieren können, zum anderen war die Strecke an einzelnen Stellen schlammig und tief. Ich versuche mir das Rennen immer so einzuteilen, dass ich die erste Hälfte mit jemandem zusammen laufe und danach heißt es nur noch überleben und durchschlagen. Die Temperaturen waren genau mein Ding. Von daher war ich sehr zufrieden.“

Zweiter wurde mit 16:42 Minuten Rückstand, wie im vergangenen Jahr, Carsten Stegner (SV Amberg). Den dritten Platz holte sich Karsten Kühne (Team RuN Sport, 5:30:50).

Die neue Supermarathon-Königin heißt Branka Hajek, kommt vom TSV Ilshofen und ist in der Ultra-Szene keine Unbekannte. 2005 wurde sie auf Anhieb Deutsche Meisterin im 100-Kilometer-Lauf, 2012 wurde sie in selber Disziplin Zweite. Die Eglosheimerin distanzierte die Konkurrenz deutlich und siegte in 6:15:45 Stunden: "„Seit fünf Jahren laufe ich die 100-Kilometer-Distanz. Heute war ich aber das erste Mal beim Rennsteiglauf und bin auch das erste Mal in den Bergen gelaufen. Zur Vorbereitung trainierte ich eine Woche in Tirol. Während des Laufs hatte ich tolle Sicht und sogar die Sonne schien. Ansonsten ist mir das Wetter egal. Ich kenne keine Gnade.“ Den zweiten Platz sicherte sich mit einem Rückstand von 13:46 Minuten auf die Siegerin die für die Uni Augsburg startende Gitti Schiebel. Dritte wurde Karin Kern (LAV Tübingen) in 6:33:23

Auf der Marathondistanz ist es Marcel Bräutigam gelungen, seinen Marathonsieg zu wiederholen. In der guten Zeit von 2:37:44 Stunden schrammte der Läufer vom GutsMuths-Rennsteiglauf Verein nur um eine Minute und zwölf Sekunden am Uralt-Rekord von Stanislaf Lazutor (Ukraine) aus dem Jahr 2001 vorbei. Auf den Plätzen folgten Dirk Schwarzbach (TSV Kirchdorf, 2:42:31), der bei der Bergwertung an der Turmbaude Masserberg sogar noch vor Bräutigam war, und Chunky Liston (Team Salomon, 2:44:21).

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Foto: Norbert Wilhelmi

Mit einem Vorsprung von genau einer Minute sicherte sich Anne Berthold (LAC Erdgas Chemnitz), die auch die Bergwertung gewann, den Marathonsieg der Frauen vor der als Mitfavoritin eingestuften Anna Herzberg (KS-Sportsworld). Die Siegerin benötigte für die Strecke von Neuhaus nach Schmiedefeld 3:09:37 Stunden: „Das war mein erster Marathon überhaupt. Anfang April bin ich den Berlin-Halbmarathon gelaufen. Dort hat mir mein Freund geraten, es beim Rennsteiglauf mal mit dem Marathon zu versuchen, denn im letzten Jahr bin ich hier schon den Halbmarathon gelaufen. Ich wohne ja in Chemnitz. Direkt an meinem Haus beginnt der Wald und da kann ich super trainieren. Übrigens trainiere ich erst seit vier Jahren das Laufen. Davor habe ich zehn Jahre lang als Mittelfeldspielerin in der Kreisliga Fußball gespielt.“

Dritte wurde die Marathonsiegerin 2011, Anja Jakob (VSC Klingenthal, 3:14:00). Die Wintersportlerin Helene Jacob (SV Rotterode), die übrigens 2011 den Halbmarathon gewann, belegte in 3:21:36 den vierten Platz.

Unter den Augen von Thüringens Sportministerin Heike Taubert gingen insgesamt 2.764 Läuferinnen und Läufer auf die 43,5 Kilometer lange Marathondistanz.

Am Rande des Rennsteiglaufes hat es in Frauenwald einen tragischen tödlichen Unfall gegeben. Ein 56 Jahre alter Läufer aus Nordrhein-Westfalen, der als Starter gemeldet war und vermutlich den Bus zum Supermarathon-Start nach Eisenach noch erreichen wollte, hatte offenbar versucht, ein 1,50 Meter hohes schmiedeeisernes Tor auf dem Gelände eines Cafés zu überklettern. Dabei verletzte er sich durch spitz zulaufende Streben an der Oberschenkel-Arterie so schwer, dass er verblutete. Der Tote sei um 6.00 Uhr am Samstagmorgen gefunden worden.