Prag-Halbmarathon 2013

Gladys Cherono läuft Kursrekord beim Prag-Halbmarathon

Trotz sehr kühler Temperaturen beim Prag-Halbmarathon 2013 lief die Kenianerin Gladys Cherono einen neuen Kursrekord (66:48 min). Bei den Männern gewann Zersenay Tadese (60:10 min).

Prag-Halbmarathon 2013 - Bilder

Trotz Kühlschrank-Temperaturen fiel in Prag am Sonnabend ein Streckenrekord. Während der Weltrekordler Zersenay Tadese (Eritrea) den Prag-Halbmarathon ohne neue Bestzeiten mit 60:10 Minuten knapp gewann, sorgte Gladys Cherono für die Leistung des Tages: Die Kenianerin siegte mit der Kursbestzeit von 66:48 Minuten. Das ist die viertschnellste Zeit weltweit in diesem Jahr.

Bei Temperaturen um 4 Grad Celsius war Tadeses Weltrekordzeit von 58:23 Minuten schnell außer Reichweite. Statt einer Rekordjagd sahen die Zuschauer einen spannenden Kampf um den Sieg. Dabei ließ Zersenay Tadese seinen Landsmann Amanuel Mesel nur ganz knapp hinter sich. Mesel wurde ebenfalls mit 60:10 Minuten gestoppt. Auch auf Platz drei gab es eine Überrschung: John Kipsang (Kenia) belegte diesen Platz mit 60:16. Seine Landsleute Pius Kirop (60:18) und Henry Kiplagat (60:21) blieben ebenfalls noch unter 61 Minuten. Bei den Frauen verbesserte Gladys Cherono den Streckenrekord um 15 Sekunden und lag mit ihren 66:48 fast eineinhalb Minuten vor Worknesh Degefa (Äthiopien/68:12). Auf Rang drei gelang Isabella Ochichi ein hervorragendes Comeback. Über sechs Jahre nach ihrem letzten internationalen Rennen lief die 5.000-m-Olympia-Zweite von 2004 in Prag 69:21. In der tschechischen Hauptstadt gingen am Sonnabend 12.500 Läufer an den Start.

In unserer Fotogalerie weiter oben präsentieren wir Ihnen Thomas Wennings Bilder aus Prag.

Zersenay Tadese gewinnt den Prag-Marathon 2013.

Bild: Thomas Wenning

„Ich hatte das Gefühl, dies ist das kälteste Rennen meiner Karriere“, sagte Zersenay Tadese, der auch erklärte, dass er sich tags zuvor erkältet fühlte. „Heute war es besser, aber aufgrund der Kälte fühlte sich mein Körper zeitweilig schwer an.“ Nach einer 10-km-Zwischenzeit von 28:13 Minuten war der Weltrekord, den Tadese angreifen wollte, außer Reichweite. Dafür kämpften fünf Läufer um den Sieg. Noch kurz vor der 20-km-Marke waren Tadese, Mesel, Kipsang, Kirop und Kiplagat zusammen an der Spitze. Die beiden Läufer aus Eritrea zogen dann das Tempo an und ließen ihre kenianischen Rivalen hinter sich. Doch die Entscheidung um den Sieg fiel erst auf den letzten Metern. Erst auf der kurzen Zielgeraden am Rudolfinum konnte Zersenay Tadese den entscheidenden Vorsprung von zwei Schritten herauslaufen. „Angesichts der Kälte war meine Zeit okay. Aber beim nächsten Mal will ich schneller rennen“, sagte Zersenay Tadese, der gemeinsam mit Amanuel Mesel trainiert. „Es war mein Ziel, eine persönliche Bestzeit zu erreichen“, sagte der Zweitplatzierte, der zuvor eine persönliche Bestzeit von 61:20 hatte. „Dass ich aber die ganze Zeit mit Zersenay laufen konnte und nur ganz knapp geschlagen wurde, das war erstaunlich“, sagte Amanuel Mesel, der ebenso wie Tadese vom Spanier Jeronimo Bravo trainiert wird.

Im Gegensatz zu den Männern liefen die Frauen von Beginn an ein hohes Tempo. Cherono, Degefa, Ochichi und die am Ende viertpltzierte Waganesh Mekasha (Äthiopien/69:31) passierten die 10-km-Marke nach 32:02 Minuten – eine Zwischenzeit, die auf den Kursrekord von 67:03 Minuten hinauslief. Es war dann Gladys Cherono – sie hatte im vergangenen Jahr in Prag als Dritte mit 68:18 ihre bisherige persönliche Bestzeit aufgestellt – die das hohe Tempo halten konnte. Vor der 15-km-Marke setzte sie sich von Worknesh Degefa ab und lief fortan einen großen Vorsprung heraus.

„Ich hatte auf ein gutes Rennen gehofft, aber ich dachte nicht, dass ich so schnell laufen könnte. Natürlich freue ich mich sehr über den Streckenrekord“, sagte Gladys Cherono und fügte hinzu: „Ich habe von dem Rennen geträumt. Aber im Traum war nicht klar, welchen Platz ich belegt hatte!“

Hinter der zweitplatzierten Worknesh Degefa lief Isabella Ochichi ein beachtliches Comeback. Als Dritte kam sie in 69:21 Minuten ins Ziel. „Nach all den Jahren bin ich froh, dass ich jetzt hier bin. Ich hatte erwartet, dass ich gut laufen würde, aber ich hatte nicht gedacht, dass ich Dritte werden könnte.“

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