Sport und Psyche

Neueste Erkenntnisse der Wissenschaft

Ist Laufen Balsam für die Seele? Wie Sport tatsächlich auf die Psyche einwirkt, erfahren Sie hier.

  • Bei einer Umfrage an der California State University wurden Testpersonen gefragt, wie sie versuchen, ihrer schlechten Laune zu begegnen. Sport wurde zwar nur an zehnter Stelle genannt, aber eindeutig zum wirkungsvollsten Mittel zur Bekämpfung einer miesen Stimmung erklärt. Nur zehn Minuten Sport reichen aus, so die Untersuchung, die schlechte Laune zu beheben. Und warum? Schlechte Laune ist meist das Ergebnis eines schlaffen Körpers und einer überanstrengten Psyche, beides Phänomene, die durch den Sport beseitigt werden.

  • Eine psychologische Studie der Universität von Miami/Ohio kommt zu dem Ergebnis, dass Sport den Charakter eines Menschen nicht formt oder verändert. „Aber“, so Robin Vealy, Leiter der Untersuchung, „der Sport schafft Bedingungen und eine Umgebung, in der man seinen Charakter festigt. Sport bedeutet Selbstdisziplin und Kontrolle, Verarbeitung von Erfolg und Misserfolg. Der Sport ist ein Spielplatz der Gefühle. Geformt werden die Charakterzüge eines Menschen allerdings durch Eltern, Verwandte, Lehrer oder Freunde, nicht durch Sport.“

  • Wussten Sie, dass Sie alleine durch die Kraft der Gedanken körperlich stärker werden können? Dies wurde an der Arizona University nachgewiesen, wo man die Beinkraft von Studentinnen testete und sie danach in zwei Untersuchungsgruppen aufteilte. Die Mitglieder der ersten Gruppe stellten sich drei Tage hintereinander jeweils täglich eine halbe Stunde lang vor, dass sie ihr rechtes Bein kräftigen. Elektroden kontrollierten, dass sie die Muskeln auch tatsächlich nicht anspannten. Die andere Gruppe tat nichts. Das Ergebnis: Die Studentinnen der ersten Gruppe wiesen einen Kraftzuwachs auf, die der zweiten Gruppe hatten unveränderte Werte.

  • Sport hilft Teenagern, Selbstbewusstsein aufzubauen. Schülerinnen, die Sport treiben, sind weniger anfällig für Drogen und ihr Versagen in Prüfungssituationen ist dreimal geringer als bei Nicht-Sportlerinnen. Der Grund: Sportliche Aktivität hilft, Aggressionen zu verarbeiten und sich im eigenen Körper wohlzufühlen, so das Ergebnis einer Diplomarbeit an der Harvard-University.

  • Frauen steigern ihr Wohlbefinden durch regelmäßige sportliche Aktivitäten auch dann, wenn Sie sich nicht fit fühlen. Für Männer ist der Grad ihres Leistungsvermögens dagegen entscheidend. Je leistungsstärker sie sich fühlen, desto entspannender ist für sie der Sport, zeigt eine Studie einer Klinik in Texas.

  • Die vielbeschworene „Einsamkeit des Langstreckenläufers“ ist ein schöner, aber anscheinend ungesunder Mythos. Eine schwedische Untersuchung mit Koronarpatienten zeigte über den Zeitraum von zwanzig Jahren, dass Patienten, die sich als sozial isoliert bezeichneten, wesentlich früher starben, als solche, die Freunde und Verwandte hatten. Psychologen meinen, dass Menschen, die keine zwischenmenschlichen Kontakte haben, eher Herzkrankheiten erliegen als solche, die soziale Kontakte pflegen. Ein weiterer Grund, den nächsten Lauftreff aufzusuchen.

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