Nach dem Überraschungssieg

Mikitenkos Programm: Peking – London – Berlin

Nach dem Triumph beim London-Marathon am Sonntag in 2:24:14 Stunden plant Irina Mikitenko ihre Zukunft.

London Marathon 2008

Irina Mikitenko mit Race-Direktor David Bedford und dem Londoner Männer-Sieger Martin Lel (Kenia).

Irina Mikitenkos nächste Marathontermine stehen fest: Bei den Olympischen Spielen will die 35-Jährige eine starke Rolle spielen, an einem Start der Vorjahressiegerin und einem möglichen Duell mit der britischen Weltrekordlerin Paula Radcliffe wird danach im April 2009 in London kein Weg vorbei führen. Und dann möchte Irina Mikitenko bei den Weltmeisterschaften in Berlin antreten.

Dabei wird es Irina Mikitenko nicht übertreiben: „Ich laufe lieber zwei gute Marathonrennen im Jahr als drei mittelgute.“ Die Folgen von mehr Starts konnte sie am Sonntag live bei ihren vermeintlich schärfsten Konkurrentinnen erleben: Sowohl für Berhane Adere als auch für Gete Wami (beide Äthiopien) war es der dritte Marathon-Start binnen weniger als sieben Monaten. Beide waren nicht in Topform in London und hatten in der Endphase des Rennens keine Chance gegen Irina Mikitenko.

„Ich habe in London gezeigt, dass ich als deutsche Athletin ganz vorne mitlaufen und sogar gewinnen kann“, sagt die Läuferin des TV Wattenscheid, die in Freigericht in der Nähe von Frankfurt wohnt. Mit Blick Richtung Olympische Spiele wagt Irina Mikitenko jedoch keine Prognose. „Ich bin sicher, dass es in Peking ein taktisches Rennen geben wird und kein schnelles. Wer am besten vorbereitet ist, der wird gewinnen.“ Bezüglich der Luftverschmutzung bei Olympia sagt sie: „Das wird sicher ein hartes Rennen, aber die Bedingungen sind für alle gleich.“

Im Hinblick auf eine weitere Steigerung ihrer Bestzeit setzt sie auf den London-Marathon 2009. „Ich würde mich freuen auf ein Duell mit Paula Radcliffe und hoffe, dass sie im nächsten Jahr hier am Start ist“, erklärte Irina Mikitenko, die aus Kasachstan stammt und seit zehn Jahren für Deutschland startberechtigt ist.

Die Urgroßeltern der London-Siegerin kamen aus Deutschland, ihre Eltern verfügten noch über einen deutschen Pass. 1996 zog Irina Mikitenko dann mit ihrem Mann und Trainer Alexander nach Deutschland, konzentrierte sich aber lange Zeit auf die Bahn-Langstrecken. Über Jahre hinweg war sie bei den großen internationalen Höhepunkten, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele, immer wieder die beste deutsche Läuferin. Bei Olympia 2000 wurde sie Fünfte über 5.000 m. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes 2005 konzentrierte sich Irina Mikitenko auf die Straßenläufe und lief dann in Berlin 2007 ihr Marathon-Debüt (Zweite in 2:24:51).

„Wenn man immer nur in Deutschland läuft, kann man sich nicht weiterentwickeln“, erklärt Irina Mikitenko, warum sie die internationale Konkurrenz sucht und sich nicht für einen Start in Hamburg, Düsseldorf oder gar bei den Deutschen Meisterschaften in Mainz entschieden hat, sondern in London lief.

Das Familienleben koordiniert die zweifache Mutter neben dem umfangreichen Training, denn ihr Mann und Coach Alexander ist als Metallarbeiter voll berufstätig. Als vor kurzem im Kindergarten die Erkältungsviren umher flogen, sprang Mikitenkos 14-jähriger Sohn ein und passte während der Osterferien auf seine zweieinhalbjährige Schwester auf, damit seine Mutter trainieren konnte. Irina Mikitenko wollte vor dem London-Marathon keine Ansteckung riskieren und ließ die Tochter zu Hause. Das Laufsport-Unternehmen Mikitenko funktioniert perfekt.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net


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