Dubai-Marathon 2014

Zwei greifen die 2:20-Stunden-Barriere an

Die Trainingspartnerinnen Meselech Melkamu und Meseret Hailu wollen beim Dubai-Marathon beide unter 2:20 laufen.

Meselech Melkamu (links) und Meseret Hailu

Meselech Melkamu (links) und Meseret Hailu laufen am Jumeirah Strand von Dubai.

Bild: Giancarlo Colombo / photorun.net

Meselech Melkamu und Meseret Hailu sind bereit für einen Angriff auf die prestigeträchtige 2:20-Stunden-Barriere beim Standard Chartered Dubai Marathon am Freitag. Mit 2:21:01 (Melkamu) und 2:21:09 (Hailu) haben die beiden Äthiopierinnen fast identische Bestzeiten. „Wir wollen schnell laufen, eine Zeit unter 2:20 erreichen, und wir werden uns im Rennen gegenseitig unterstützen“, erklärte Meselech Melkamu am Tag vor dem Rennen, das am Freitag um 7 Uhr Ortszeit (4 Uhr deutscher Zeit) im Internet als Live-Stream zu sehen ist unter: www.dubaimarathon.org

„Unter 2:20 Stunden zu laufen, das ist unser Ziel, deswegen sind wir hier in Dubai“, sagte Meseret Hailu. 18 Frauen haben diese Zeitbarriere über die 42,195-km-Distanz bisher unterschritten. In Dubai gab es dreimal derartige Ergebnisse. Der Streckenrekord von Aselefech Mergia (Äthiopien) steht seit 2012 bei 2:19:31.

„Dubai bietet eine sehr flache Strecke. Ich bin froh, dass ich bei diesem Rennen an den Start gehen kann. Wir haben den Dubai-Marathon in den letzten Jahren bereits im Fernsehen verfolgt“, sagte die aktuelle Halbmarathon-Weltmeisterin Meseret Hailu, die 2012 den Amsterdam-Marathon mit der Streckenrekordzeit von 2:21:09 gewonnen hatte. Für die 23-Jährige wird es der erste Marathon sein, seit sie bei den Weltmeisterschaften im vergangenen August in Moskau vorzeitig aus dem Rennen gegangen ist. „Eine Fußverletzung zwang mich dort zur Aufgabe“, sagte Hailu, die aus Bekagre im westlichen Äthiopien stammt. „In der Zukunft möchte ich mich im Marathon auf 2:18 Stunden verbessern.“

Während Hailu in ihrer Karriere so gut wie nur auf der Straße lief, hatte Melkamu große Erfolge auf der Bahn. Die 28-Jährige, die ursprünglich aus dem Ort Deber Markas kommt, früher keinen Kontakt zu Meseret Hailu hatte und heute ebenfalls in Addis Abeba lebt, ist die afrikanische 10.000-m-Rekordlerin mit einer Zeit von 29:53,80 Minuten. Seit 2012 kennen sich die beiden Läuferinnen und trainieren zusammen in Äthiopiens Hauptstadt. Zu den Trainingspartnerinnen zählt unter anderen eine frühere Dubai-Marathon-Siegerin: Bezunesh Bekele gewann 2009 mit 2:24:02.

Genau eine Woche nachdem Hailu 2012 den Amsterdam-Marathon gewonnen hatte, brach Melkamu ebenfalls einen Streckenrekord in einem prestigeträchtigen City-Marathon: Sie gewann ihr Debüt in Frankfurt bei eiskaltem Wetter mit 2:21:01. Melkamu war danach Fünfte in London mit 2:25:46 und stieg dann beim WM-Marathon 2013 aus. „Ich bekam ein Fußproblem in London. In Moskau war es dann viel zu heiß“, sagte Melkamu, die angesprochen auf einen Vergleich der verschiedenen Marathonstrecken sagte: „London ist nicht ganz so flach. Frankfurt ist dagegen sicher schneller, allerdings gibt es dort einige Ecken. Ich glaube, Dubai bietet den besten Kurs. Die Strecke ist flach und es geht fast nur geradeaus, was einen Unterschied macht.“ Ursprünglich stand Meselech Melkamu im vergangenen Oktober auch auf der Startliste des Frankfurt-Marathons, doch eine Muskelzerrung verhinderte ihren Start. Für die Zukunft hat Meselech Melkamu noch große Pläne: „Ich möchte im Marathon so erfolgreich sein wie über 10.000 Meter. Mein Ziel ist es, eine Zeit von 2:17 Stunden zu erreichen.“