Marathon soll stattfinden

Zuversicht bei New-York-Veranstaltern, Verspätung für Sabrina Mockenhaupt

Der New-York-Marathon soll wie geplant am Sonntag stattfinden. Alle Vorbereitungen laufen, jetzt muss nur noch Bürgermeister Bloomberg das endgültige OK geben.

New York-Marathon

Wie die Läufer auf die Verrazano Narrows Bridge kommen, ist noch offen. Doch das Rennen soll dort am Sonntag beginnen.

Bild: photorun.net

Die Veranstalter des New-York-Marathons rechnen damit, dass das Rennen am Sonntag stattfinden kann. „Wir sind zurzeit gemeinsam mit der Stadt in einer Beurteilungsphase. Es wird eine offizielle Entscheidung der Stadt geben, auf die wir warten“, erklärte Race-Direktorin Mary Wittenberg. Der New Yorker Bürgermeister Michael Rubens Bloomberg hatte zuvor erklärt, dass er denke, dass der Marathon wie geplant stattfinden sollte. „Wir hoffen, dass wir laufen können und erwarten eine Bestätigung“, erklärte Mary Wittenberg, die sich optimistisch zeigte: „Ich bin zuversichtlich, dass der Bürgermeister die richtige Entscheidung für die Stadt trifft.“ Mary Wittenberg erinnerte auch an die Situation im Herbst 2001.

Vor elf Jahren wurde der New-York-Marathon zu einem Symbol der Stärke und Willenskraft der Menschen dieser Metropole. Im November 2001, knapp zwei Monate nach den verheerenden Terroranschlägen, fand das Rennen statt. Jetzt soll New York zeigen, dass man sich auch von einem vernichtenden Hurrikan nicht unterkriegen lässt. „2001 hat der Marathon die Stadt vereint, der Lauf brachte die Menschen zurück auf die Straßen. Es ging damals gar nicht um die Läufer, es ging um die Stadt. An diesem Tag waren nicht die Zuschauer für die Läufer da, sondern die Läufer waren für die Stadt da. Und dieser Marathon jetzt löst bereits ähnliche Gefühle aus“, wird Mary Wittenberg auf der Internetseite „Let’s Run“ zitiert.

Auf der Startliste steht im Elitefeld unter anderen Sabrina Mockenhaupt. Auch die Läuferin der LG Sieg ist von Hurrikan „Sandy“ betroffen. Ursprünglich wollte sie am Mittwoch Richtung New York starten. Nun wird sie mit einem Tag Verspätung und einem Umweg über Berlin am Donnerstag in die Metropole fliegen.

Doch es ist damit zu rechnen, dass längst nicht alle der auswärtigen Läufer rechtzeitig in New York ankommen können. Das Teilnehmerfeld des normalerweise größten Marathonrennens der Welt – im vergangenen Jahr erreichte die Rekordzahl von 47.323 Läufern das Ziel im Central Park – wird sicherlich ein gutes Stück kleiner sein als sonst. Athleten können noch bis Sonnabend ihre Startnummer zurückgeben und erhalten dann eine garantierte Startnummer für das Rennen im nächsten Jahr. Das Startgeld allerdings erstatten die Veranstalter vom New York Road Runners Club nicht zurück. Dieses wäre verloren.

Neben der tagelangen Schließung der New Yorker Flughäfen gibt es mit Blick auf das Wochenende vor allen Dingen logistische Probleme bezüglich des Starts. Denn die Läufer müssen nach Staten Island, wo das Rennen auf der Verrazano Narrows Bridge beginnt. Viele tausend Athleten nutzen dafür die Fähre von Manhattan, die zurzeit aber noch nicht wieder fahren kann. Und um zur Fähre zu gelangen, ist normalerweise eine U-Bahnfahrt nötig – auch diese Option ist sehr fraglich zurzeit. Voraussichtlich werden die Veranstalter ein paar hundert Busse extra bestellen müssen, um die Läufer nach Staten Island zu bringen.

Während die Strecke nicht von Überschwemmungen betroffen ist, ist der Central Park nach einem Bericht der „New York Times“ aufgrund der Baumschäden derzeit noch geschlossen. Im letzten Teil führt die Strecke durch den Park, in dem sich auch das Ziel befindet. Besonders für die Topläufer, die in Manhattan in Parknähe untergebracht sind, ist der Central Park das einzige nächstgelegene Trainingsgelände an den Tagen vor dem Rennen.

In einem Statement auf der Internetseite der New York Road Runners heißt es: „Wir setzen unsere Planungen und Vorbereitungen fort. Dabei halten wir uns die Optionen offen, Anpassungen am Renntag und am Rennwochenende vorzunehmen.“ Wie die „New York Times“ berichtet, sind die Organisatoren direkt vom Sturm betroffen. Der abgeknickte Baukran, der in vielen Nachrichtensendungen und auf Fotos zu sehen war, steht in unmittelbarer Nähe des Büros der New York Road Runners. Alle umliegende Gebäude hat die Polizei vorsichtshalber räumen lassen. Die Marathonveranstalter mussten ins Hotel umziehen.

Auch runnersworld.de war vom Wirbelsturm "Sandy" betroffen. Denn der Server für unser Trainingstagebuch steht in New York. Wegen des Stromausfalls funktionierten der Server und damit auch das Trainingstagebuch nicht. Inzwischen läuft der Strom wieder und das Trainingstagebuch ist wieder erreichbar.

Lesen Sie zur Situation vor dem New-York-Marathon auch unsere News aus den vergangenen Tagen:
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Gefährdet Hurrikan Sandy den New-York-Marathon?

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