Marathon-Team

Zusammenarbeit gescheitert

Die Zusammenarbeit der drei besten deutschen Marathonläufer in einem Männer-Marathon-Team ist geplatzt.

Im deutschen Männer-Marathon sah man im vergangenen Jahr endlich ein entferntes Licht in einem sehr langen Tunnel: Falk Cierpinski (SG Spergau) steigerte sich über 2:15:48 in Hamburg auf 2:13:30 in Berlin, André Pollmächer (LAC Chemnitz) zeigte ein hoffnungsvolles Marathon-Debüt in Frankfurt mit 2:14:18 und in seinem Sog verbesserte sich am Main Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) auf 2:14:30. Drei Läufer unter 2:15 Stunden im deutschen Marathon – man muss lange zurückblättern, um derartige Ergebnisse zu finden, auch wenn sie natürlich immer noch meilenweit von der internationalen Spitze entfernt sind.

Falk Cierpinski war im vergangenen Jahr der schnellste deutsche Marathonläufer.

Umso viel versprechender aber schien nach dem Frankfurt-Marathon die Initiative dieses deutschen Trios, das aller Voraussicht nach in Berlin bei der WM an den Start gehen wird. Die drei besten deutschen Marathonläufer wollten künftig zusammenarbeiten. Doch aus dem vermeintlichen Fortschritt wurde nichts, das ,Marathon-Team’ kam nicht wie geplant zustande. Denn der Mann mit der größten Perspektive, der 26-jährige André Pollmächer, gehört nicht dazu. André Pollmächer wäre deswegen für die anderen so wichtig gewesen, weil er über die mit Abstand beste Grundschnelligkeit verfügt (unter 28 Minuten über 10.000 m), die heute nötig ist, um im Marathon zum Erfolg zu kommen.

Die Idee des ,Marathon-Teams’ entstand, nachdem sich der zweifache Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski (Vater und Trainer von Falk) bei André Pollmächer und seinem Trainer Bernd Dießner bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit erkundigt hatte. „Ich habe Interesse daran, in einer Gruppe zu trainieren, denn es ist viel schwerer, wenn man sich alles alleine erarbeiten muss“, sagte André Pollmächer. Schnell einigte man sich darauf, die Haupt-Trainingslager in der WM-Vorbereitung – in Mexiko im Frühjahr sowie in St. Moritz im Sommer – gemeinsam zu bestreiten.

Doch plötzlich wurde das Trainingslager in Mexiko zum Knackpunkt. Bei einem Treffen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt schwenkten die Anwesenden in Richtung Kenia um – das passierte in Abwesenheit von Pollmächer und Dießner sowie im Bewusstsein dessen, dass für Pollmächer Kenia nicht in Frage kommt. Der 10.000-m-Europacup-Sieger von 2007 hatte bei einem früheren Kenia-Trainingslager großes Pech und landete im Krankenhaus. Aufgrund dieser Erfahrungen und seinen Folgen will er nicht mehr nach Kenia reisen.

Während Waldemar Cierpinski zugibt, in Darmstadt umgeschwenkt zu sein, „weil die Bedingungen in der Nähe von Eldoret top sind und man in Mexiko erst mit dem Auto zu den Trainingsstrecken fahren muss“, ging es für André Pollmächer darum, in Mexiko die im Vergleich zu Kenia höheren Lagen zu nutzen. So gingen sie im Frühjahr getrennte Wege. Während Cierpinskis nach Kenia reisten, trainierte Pollmächer mit einem Trainingspartner aus der Gruppe seines Trainers Bernd Dießner in Mexiko.

„Das Trainingslager in Mexiko war sehr erfolgreich, ich bin voll im Plan für die WM“, sagt André Pollmächer. Das Thema ,Marathon-Team’ hat sich für ihn jedoch erledigt. „Eine Zusammenarbeit in einem ,Marathon-Team’ wird es auch im Sommer nicht geben“, sagte der Läufer, der am 3. Mai in Düsseldorf seinen nächsten Marathon laufen wird.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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