Marathon aktuell

Yoshimi Ozaki letzte Siegerin des Tokio-Marathons

Die Japanerin Yoshimi Ozaki triumphierte in 2:23:30 Stunden beim letzten Tokio-Marathon nur für Frauen.

Yoshimi Ozaki gewinnt den letzten Tokio-Frauen-Marathon

Yoshimi Ozaki gewann den letzten Tokio-Frauen-Marathon.

Mit einem Jubiläum und einem Heimsieg ist am Sonntag die Geschichte des Tokio-Marathons der Frauen zu Ende gegangen. Bei der 30. Auflage des Rennens triumphierte die 27-jährige Yoshimi Ozaki (Japan) in hochklassigen 2:23:30 Stunden. Das ist die neuntbeste Zeit des Jahres und mit dieser Leistung hat sich Yoshimi Ozaki für den WM-Marathon in Berlin 2009 qualifiziert. Der Frauen-Elitemarathon fand zum letzten Mal in Japans Hauptstadt statt.

„Ich bin überrascht und zugleich froh, dass ich diese letzte Auflage des Tokio-Marathons gewonnen habe“, erklärte Yoshimi Ozaki gegenüber der Internetseite der IAAF (iaaf.org). Die Japanerin war mit einer Bestzeit von 2:26:19 Stunden von ihrem Marathon-Debüt nach Tokio gereist. In dem Rennen ohne Tempomacherinnen hatte die vermeintliche Favoritin Yoko Shibui lange Zeit für eine schnelle Pace gesorgt. Als die Japanerin, die 2004 in Berlin als Siegerin mit 2:19:41 Stunden eine Weltklassezeit erreicht hatte, dann aber keinen großen Marathon mehr gewinnen konnte, die 10-km-Marke nach 32:55 Minuten erreichte (Zielzeit bei diesem Tempo: 2:19 Stunden), lief nur noch Magdaline Chemjor hinter Yoko Shibui. Doch auch die Kenianerin konnte bald darauf nicht mehr mithalten und musste für das zu schnelle Tempo bitter bezahlen. Am Ende kam sie abgeschlagen auf Rang 14 ins Ziel. Nachdem Yoko Shibui die erste Hälfte bei abgesehen von einer hohen Luftfeuchtigkeit guten Wetterbedingungen in 70:07 Minuten gelaufen war, hatte sie einen deutlichen Vorsprung.

Yoko Shibui sah schon wie die sichere Siegerin aus, doch auf den letzten Kilometern bekam sie plötzlich große Probleme. Hier steigt die Strecke des Tokio-Marathons an. Im Gegensatz zu Yoko Shibui lief Yoshimo Ozaki locker diesen Hügel hinauf und überholte zunächst Yuri Kano sowie dann rund vier Kilometer vor dem Ziel auch die führenden Shibui. Die zweitschnellste Japanerin aller Zeiten musste dann auch noch die Britin Mara Yamauchi ziehen lassen. Am Ende wurde Yoko Shibui Vierte in 2:25:51 Stunden. Hinter Yoshimo Ozaki belegten Kano (2:24:27) und Yamauchi (2:25:03) die Ränge zwei und drei. Die fünftplatzierte Kenianerin Salina Kosgei hatte mit 2:30:34 einen deutlichen Rückstand.

Das Ende des Frauen-Marathons von Tokio hängt zum einen mit dem neuen Tokio-Marathon im Februar zusammen und zum anderen damit, dass die Polizei in der Hauptstadt offenbar nicht mehr zweimal im Jahr für einen Marathon die Straßen sperren will. Das neue Massen-Rennen entstand 2007 aus dem traditionellen Tokio-Eliterennen der Männer. Aus Rücksicht auf den Frauen-Marathon im November wurden hier bisher keine Eliteläuferinnen sondern nur männliche Topathleten eingeladen. Trotzdem gab es natürlich auch im Februar eine Siegerin. So konnte zuletzt Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) den Tokio-Marathon gewinnen. Normalerweise hätte sie in einem derartigen Frauen-Eliterennen keine Siegchance. Beim stets hochkarätigen Tokio-Frauen-Marathon im November gab es allerdings auch schon zweimal eine deutsche Siegerin: Katrin Dörre-Heinig gewann das Rennen 1984 und ’85 im Trikot der DDR. Die Veranstalter des Frauen-Laufes, die nicht identisch sind mit den Organisatoren des neuen Tokio-Marathons, wollen ihr Rennen 2009 nun in der Nähe von Yokohama veranstalten.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net