Liechtenstein

Wyatt überzeugte beim Alpin Marathon

Jonathan Wyatt wurde seinem Ruf als weltbester Bergläufer beim Alpin Marathon gerecht und lief Rekordzeit.

Wyatt Alpin Marathon

Jonathan Wyatt blieb beim Liechtensteiner Alpin Marathon als erster Läufer unter der Drei-Stunden-Marke.

Bild: Veranstalter

Jonathan Wyatts Leistung beim Liechtensteiner Alpin Marathon war überzeugend. Die 42,195 Kilometer mit 1.800 Höhenmeter legte der Neuseeländer bei guten Laufbedingungen in 2:56:27 Stunden zurück und war somit 8:23 Minuten schneller als der Schweizer Urs Christen bei seinem Rekordlauf im Jahre 2000. „Wenn sie Wyatt nicht selber verbessert, wird diese Zeit mehrere Jahrzehnte Bestand haben“, meinte OK-Präsident Hannes Willinger. Der Athlet selber sprach von einem „schönen Gefühl“, als Erster die Drei-Stunden-Marke geknackt zu haben. Dabei hätte möglicherweise noch mehr drin gelegen: Eigenen Aussagen zufolge dosierte der 36-Jährige das Tempo auf den letzten Kilometern.

„Die komfortable Reserve“, wie Wyatt den Abstand zu seinen ersten Verfolgern und den Vorsprung auf die Marschtabelle nannte, wurde dem Bergläufer in Steg (nach 25 Kilometern) richtig bewusst. „Der Druck war nun weg, und ich konnte mich auf meinen Rhythmus konzentrieren.“ Seine härtesten Widersacher konnten nach dem ersten Anstieg nach etwa einem Viertel der Strecke das Tempo nicht mehr halten und der Favorit lief fortan ein einsames Rennen an der Spitze.

Große Beachtung fand auch die Leistung von Vorjahressieger Timothy Short. Mit 3:02:29 Stunden verbesserte der 27-jährige Brite seine eigene Bestzeit um fast siebeneinhalb Minuten und blieb ebenfalls unter der bisherigen Rekordmarke. „Wyatt war eine Klasse für sich“, anerkannte er die Leistung seines grössten Konkurrenten. „Man muss allerdings bedenken, dass er neun Jahre älter ist, und ich also noch lange Zeit für eine derartige Parforceleistung habe“, so Short.

Bei den Frauen trat Corinne Zeller aus Weissenburg erstmals im „Ländle“ in Erscheinung. Dabei feierte sie in Abwesenheit der vermeintlichen Favoritin Claudia Landolt - die Schweizerin verzichtete nach einem Sturz mit dem Bike auf eine Teilnahme - mit der Zeit von 3:36:25 Stunden einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte die 39-jährige Bernerin. Obwohl sie überaus souverän wirkte, kam Zeller nicht ohne Schwierigkeiten über die Strecke: Auf dem zweiten Viertel hatte sie Probleme mit den Augen, die eine Beeinträchtigung der Sicht zur Folge hatten. Sie ließ sich den Sieg deswegen aber nicht aus den Händen nehmen.

Gemeldet waren insgesamt 973 Läufer aus 27 verschiedenen Nationen aller fünf Kontinente. Den klassischen Marathon bestritten 708 Sportler, den Halbmarathon Plus nahmen 194 Athleten unter die Füsse. Die schnellsten Zeiten auf den 25 Kilometern von Bendern nach Steg liefen der Lokalmatador Josef Vogt (1:57:00) und die St. Galler Rheintalerin Irene Heeb (2:19:30).

Ergebnisse Marathon:
Männer
1. Jonathan Wyatt (Neuseeland) 2:56:27
2. Timothy Short (GBR-Kent) 3:02:29
3. Urs Jenzer (Frutigen) 3:10:56
4. Hermut Schiessl (D-Buchenberg) 3:12:18
5. Martin Jost (Winterthur) 3:18:49
Frauen
1. Corinne Zeller (Weissenburg) 3:36:25
2. Claudia Helfenberger (Arnegg) 3:41:10
3. Britta Müller (D-Baiersbronn) 3:41:40
4. Christine Reimann (Davos Dorf) 4:01:39
5. Christiane Bouquet (St-Croix) 4:11:32

Halbmarathon Plus:
Männer
1. Josef Vogt (FL-Balzers) 1:57:00
2. Roger Kaufmann (Uster) 2:01:14
3. Reto Good (Mels) 2:05:39
Frauen
1. Irene Heeb (Haag) 2:19:30
2. Karen Sawyer (AUS-Clarence Gardens) 2:28:37
3. Andrea Schenker (Wildhaus) 2:31:34