Mikitenkos nächstes Ziel

WM-Marathon-Gold in Berlin

Der erneute Sieg beim London Marathon 2009 gibt Irina Mikitenko Selbstvertrauen für die WM in Berlin.

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Am Tag danach: Irina Mikitenko und Sammy Wanjiru vor der Tower Bridge.

Bild: photorun.net

Irina Mikitenkos kleine Tochter Vanessa hatte sich zu früh gefreut: „Sie hatte mir gesagt, Mama, lauf schnell, damit Du schneller wieder nach Hause kommst. Dann war sie enttäuscht, dass ich länger bleiben musste, obwohl ich schnell war, weil ich am Montag erst noch PR-Termine wahrnehmen musste und dadurch erst abends zurückfliegen konnte“, erzählte Irina Mikitenko, nachdem sie am Sonntag zum zweiten Mal in Folge den Flora London-Marathon gewonnen und dabei mit 2:22:11 Stunden eine Jahresweltbestzeit aufgestellt hatte.

Gefragt, wie sie sich mit etwas Abstand nach dem Triumph fühle, antwortete die deutsche Marathon-Rekordlerin: „Ich bin immer noch sehr glücklich und so aufgewühlt, dass ich in der Nacht nach dem Rennen viel schlechter geschlafen habe als in der Nacht zum Rennen.“ Den zweiten Sieg in London ordnet Irina Mikitenko noch höher ein, als jenen vor einem Jahr. „Als Titelverteidigerin an den Start eines so großen Marathons zu gehen, das ist mental keine einfache Sache. Ich wusste nicht so richtig, wie man da am besten herangeht, denn so eine Situation hatte ich noch nicht“, erklärte Irina Mikitenko und fügte hinzu: „Der Sieg in einer solchen Situation gibt mir viel Selbstvertrauen, auch im Hinblick auf die WM.“

Die Weltmeisterschaften in Berlin sind nun das nächste große Ziel von Irina Mikitenko. In ihrer Karriere als Bahn-Langstrecklerin hatte sie bei großen interkontinentalen Meisterschaften – Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen – mehrfach hervorragende Platzierungen erreicht, doch zu einer Medaille hat es nie gereicht für die Läuferin aus Freigericht (Hessen). Das soll sich nun in Berlin ändern. „Bis zu den Weltmeisterschaften bleibt für ein Marathontraining gar nicht so viel Zeit. Ich mache jetzt zwei Wochen Pause, um mich zu erholen und dann beginnt die Vorbereitung für Berlin. Wahrscheinlich wird der WM-Marathon mein nächstes Rennen sein, denn es ist zu wenig Zeit, um weitere Wettkämpfe einzustreuen. Die Trainingsplanung für die WM wird so aussehen wie im vergangenen Jahr. Ich werde wieder in St. Moritz trainieren. Aber ich will versuchen, die Trainingsumfänge noch etwas zu steigern“, sagte Irina Mikitenko, die im vergangenen Jahr das maximale Wochen-Pensum zunächst von 180 auf 200 km erhöht hatte und nun im Vorfeld von London bis zu 220 km gelaufen ist. „Meine größte Angst ist die eventuelle Hitze in Berlin bei der WM, denn ich bin keine Hitzeläuferin. Ganz schlimm ist es im Marathon, wenn die Sonne scheint. Aber ich will trotzdem auch bei der WM gewinnen. Dass ich nach dem London-Sieg die Favoritin bin, behagt mir nicht – aber andererseits habe ich gezeigt, dass ich auch mental stark bin und damit umgehen kann.“

Durch den zweiten Triumph in London ist Irina Mikitenko einem erneuten Sieg in der World Marathon Majors (WMM)-Serie ein großes Stück näher gerückt. Sie hat die Maximalpunktzahl von 75 Zählern aus drei Läufen und ist damit kaum noch einzuholen. Denn die nächstplatzierte Athletin, Dire Tune (Äthiopien), hat bereits 35 Punkte Rückstand. „In der WMM-Serie habe ich jetzt sicher eine sehr gute Position. 35 Punkte Vorsprung noch aufzuholen, wird für die anderen Läuferinnen sehr schwer, zumal ich ja auch noch einen Lauf in die Wertung einbringen kann. Die Chancen stehen ausgezeichnet für mich, aber man soll natürlich niemals nie sagen.“

Eine Bildergalerie des London Marathons 2009 finden Sie hier.

Der WMM-Stand der Serie 2008-2009

Männer:
1. Sammy Wanjiru (KEN) 65 Punkte
2. Deriba Merga (ETH) 30
3. Martin Lel (KEN) 26
4. Marilson Gomes dos Santos (BRA) 25
Evans Cheruiyot (KEN) 25
Haile Gebrselassie (ETH) 25
Robert K. Cheruiyot (KEN) 25
Daniel Rono (KEN) 25
Abderrahim Goumri (MAR) 25
Jaouad Gharib (MAR) 25
Tsegay Kebede (ETH) 25

Frauen:
1. Irina Mikitenko (GER) 75
2. Dire Tune (ETH) 40
3. Salina Kosgei (KEN) 30
Alevtina Biktimirova (RUS) 30
Constantina Dita (ROU) 30
6. Lidiya Grigoryeva (RUS) 25
Paula Radcliffe (GBR) 25
8. Kara Goucher (USA) 20
Svetlana Zakharova (RUS) 20

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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