Vienna City Marathon 2012

Wiener Weltklassezeit das Ziel der Kenianer

Ein schnelles Rennen mit zahlreichen ehemaligen Siegern ist beim Wien-Marathon 2012 zu erwarten. Titelverteidiger John Kiprotich hat starke Konkurrenz. Klare Favoritin ist hingegen Fate Tola.

Wien-Marathon

Im Kreise der Sieger: Race-Direktor Wolfgang Konrad (rechts) konnte heute schon fünf ehemalige Gewinner seines Rennens begrüßen - Henry Sugut, Luminita Talpos, John Kiprotich, Fate Tola und Gilbert Kirwa (von links).

Bild: photorun.net

Eine Wiener Weltklassezeit soll es geben, wenn der Sieger des Vienna City Marathons am Sonntag auf dem Heldenplatz ins Ziel läuft. Einer, der dafür in Frage kommt, ist Titelverteidiger John Kiprotich. Der Kenianer hat sich eine Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit, die er im vergangenen Jahr in Amsterdam mit 2:07:08 Stunden erreichte, vorgenommen. Sein Ziel ist ein Ergebnis von unter 2:07 – eine Zeit, die noch nie auf österreichischem Boden gelaufen wurde. John Kiprotich ist einer von fünf Kenianern, die mit einer Bestzeit von unter 2:08 Stunden ins Rennen gehen. Mit Fate Tola (Äthiopien) ist auch bei den Frauen die Vorjahressiegerin am Start. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, hat sich für Österreichs größte Sportveranstaltung die Rekordzahl von rund 36.000 Läufern angemeldet.

„Als ich 2011 in Wien ins Rennen ging, hatte ich nicht erwartet, dass ich gewinnen könnte. Dieser Erfolg war eine große Motivation für mich, noch härter zu trainieren und mich damit weiter zu verbessern. Es ist mein Ziel, dichter an die besten Marathonläufer der Welt heranzukommen“, erklärte John Kiprotich, der vor einem Jahr in 2:08:29 Stunden triumphierte. Damals bedeutete dies für den inzwischen 23-Jährigen eine Verbesserung um über sieben Minuten. In der Vorbereitung auf seinen zweiten Wien-Start lief John Kiprotich im Februar beim Halbmarathon von Rom nach Ostia 60:02 Minuten. „Das war für mich ein gutes Zeichen im Hinblick auf Wien. Ich war auf dem richtigen Weg“, sagte der Kenianer im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag. „Wir haben am Sonntag ein Rennen mit einigen ehemaligen Siegern – und ich erwarte, dass es schnell wird.“

John Kiprotich ist einer von vier Läufern, die bereits in Wien gewonnen haben. Seine Landsleute Henry Sugut (Sieger 2010 mit 2:08:40), Gilbert Kirwa (2:08:21 in 2009) und Luke Kibet(2:10:07 in 2007), der im gleichen Jahr Marathon-Weltmeister wurde, sind die anderen. Doch eine Wiener Serie spricht gegen dieses Quartett. Denn in den vergangenen 19 Jahren gelang es keinem Männer-Sieger, diesen Erfolg zu wiederholen. Gilbert Yegon und John Komen werden alles daran setzen, damit sich diese Serie auch am Sonntag fortsetzt. Yegon kommt mit einer hochklassigen Bestzeit von 2:06:18 nach Wien. Mit diesem Ergebnis gewann er 2009 den Amsterdam-Marathon. John Komen steigerte sich im vergangenen Jahr in La Rochelle auf 2:07:13 und war damit ebenfalls Erster.

Der schnellste Läufer im Feld ist allerdings ein ehemaliger Wien-Sieger: Gilbert Kirwa, der 2009 in Frankfurt 2:06:14 Stunden erreichte, sieht sich jedoch nicht als Favorit: „Es gibt eine Reihe von sehr starken Läufern im Feld“, sagte Gilbert Kirwa, der vor einem Jahr beim Rotterdam-Marathon (Elfter in 2:14:29) sein letztes Rennen bestritt. „Eigentlich wollte ich dann im Oktober in Frankfurt antreten, doch eine Verletzung kam dazwischen. Der Tokio-Marathon im Februar war mein nächstes Ziel, aber ich merkte, dass ich nicht rechtzeitig fit sein würde. Deswegen habe ich mich für Wien entschieden. An dieses Rennen habe ich schließlich sehr gute Erinnerungen“, sagte Gilbert Kirwa.

Ein weiterer ehemaliger Wien-Sieger, der bei der Pressekonferenz anwesend war, war Henry Sugut. „Ich erwarte ein Rennen mit sehr starker Konkurrenz und freue mich auf Sonntag. Natürlich will jeder von uns gewinnen“, erklärte der Kenianer, der seine Bestzeit von 2:08:21 vor einem Jahr in Paris aufstellte. Im vergangenen September war er dann einer der Tempomacher, die Patrick Makau (Kenia) in Berlin zum Marathon-Weltrekord führten (2:03:38). „Als ich für Patrick bis zur 25-km-Marke Tempo machte, wurde mir bewusst, wie schwer es ist, ein solches Tempo zu rennen und wie hart man dafür trainieren muss“, erklärte Henry Sugut, der dann im Oktober in Frankfurt die komplette Distanz lief und nach 2:08:56 im Ziel war. Nach einer Erholungsphase hat er sich dann langfristig auf den Wien-Marathon vorbereitet. „Ich will am Sonntag unter 2:08 Stunden laufen“, sagte der 26-Jährige.

Während das Männerrennen relativ offen ist, gibt es bei den Frauen eine klare Favoritin: Fate Tola. Die Äthiopierin, die mit der deutschen Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko (SC Gelnhausen/2:19:19) eine prominente Trainingspartnerin hat, überraschte vor einem Jahr mit ihrem Sieg in Wien. Damals stellte sie ihre heute noch gültige persönliche Bestzeit von 2:26:21 Stunden auf. Im März trainierte sie mit der deutschen Topläuferin und ihrem gemeinsamen Trainer Alexander Mikitenko in Albuquerque (USA). „Dieses Höhentraining lief gut“, sagte Fate Tola und fügte hinzu: „Mein Ziel ist es, erneut in Wien zu gewinnen und eine persönliche Bestzeit zu erreichen.“

Eine ihrer Rivalinnen ist eine Läuferin, die in Wien bereits zweimal gewonnen hat: Luminita Talpos (Rumänien) triumphierte 2007 und 2008. Wie vor vier Jahren ist die Olympiaqualifikation das Ziel der 39-Jährigen, die jedoch den Bereich ihrer Bestzeit von 2:26:43 kaum erreichen dürfte. Zur schärfsten Konkurrentin von Fate Tola könnte somit eine Debütantin werden: Die Kenianerin Pauline Kahenya Njeri gewann im März den Halbmarathon in Paris mit 67:55 Minuten.

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