Richtungsweisend

Wien-Marathon startet "Clean Running"-Kampagne

Gegen Betrug, Doping, rücksichtsloses Verhalten wendet sich die "Clean Running"-Kampagne des Wien-Marathons.

Läufer am Opernhaus beim Vienna City-Marathon.

Läufer am Opernhaus beim Vienna City-Marathon.

Vor 25 Jahren wurde der erste Wien-Marathon gestartet. Seitdem war Österreichs größte Laufsport-Veranstaltung immer wieder ein Trendsetter. So auch jetzt: Im Vorfeld der 26. Auflage des Vienna City-Marathons am 19. April starteten die Organisatoren um Wolfgang Konrad eine ebenso richtungsweisende wie bemerkenswerte Kampagne: "Clean Running" ist schon nach kurzer Zeit zu einem Erfolg. Rund 3.000 Läufer unterstützen bisher die Aktion des Vienna City-Marathons. Und es werden auf der Internetseite des Wien-Marathons täglich mehr.

Zweimal hatten die Wiener Veranstalter in der Vergangenheit bemerkenswerte technische Innovationen gestartet: 1995 wurde hier weltweit zum ersten Mal bei einem Marathon vollständig auf die Chip-Zeitnehmung gesetzt. Heute ist längst ein internationaler Standard daraus geworden. Im Jahr 2000 gelang dem Vienna City-Marathon mit dem SMS-Ergebnisservice eine weitere Weltpremiere. Den Teilnehmern wurden dabei unmittelbar nach dem Zieldurchlauf ihre Zeit und die Platzierung per SMS aufs Handy geschickt.

Nun aber geht es nicht um Technik, sondern um Fairness. In einem „Manifest für Fairness im Sport“ heben Unterstützer die positiven Emotionen und Wirkungen des Laufsports hervor und sprechen sich gleichzeitig gegen Doping, Manipulationen und rücksichtslose Verhaltensweisen aus. Unabhängig von einer Teilnahme am Vienna City-Marathon kann jeder Läufer die Kampagne persönlich unterstützen. Athleten, die "Clean Running" unterstützen und beim Vienna City-Marathon laufen werden, erhalten eine mit einer gelben Sonne gekennzeichneten Startnummer. Damit wird ihre Unterstützung dieser Fairness-Kampagne sichtbar.

„Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen und laden zur Unterstützung ein. Der Spitzensport war zuletzt häufig Gegenstand von kritischen Diskussionen und Skandalen, auch der Laufsport. Auseinandersetzungen über Doping und Fairness sind gut, weil sie zur Aufklärung und Wahrheitsfindung beitragen. Der dadurch in der Öffentlichkeit entstehende Eindruck ist jedoch zwiespältig, weil der Laufsport in seiner Gesamtheit nicht von Betrug durchzogen ist. Im Gegenteil, es ist nur eine kleine Gruppe von Sportlern und deren Umfeld, die durch unkorrektes und unsportliches Verhalten die positive Ausstrahlung des Laufsports in den Hintergrund rücken. Der Großteil der Läuferinnen und Läufer lehnt das Vortäuschen und Erschleichen von gemessenen Leistungen zutiefst ab“, erklärt der Race-Director des Vienna City-Marathons, Wolfgang Konrad.

Rund 3000 Läufer haben sich bisher online registriert und unterstützen die Wiener Aktion. Einer der prominentesten ist Österreichs Weltklasseläufer Günther Weidlinger, der am 19. April in Wien sein Marathondebüt laufen wird. „Ich finde es toll, dass der Vienna City-Marathon diese Aktion gestartet hat. Das ist ein starkes Signal der Laufszene und ich bin mit voller Überzeugung dabei“, erklärt Günther Weidlinger.

Zu der "Clean Running"-Kampagne seiner Veranstaltung hat Race-Director Wolfgang Konrad das folgende Statement abgegeben:

Wann haben Sie zuletzt von gewalttätigen Ausschreitungen bei einer Laufveranstaltung gehört? Von Krawallen zwischen Fans und Polizisten? Wann wurde zuletzt ein Läufer von Wurfgeschoßen gegnerischer Unterstützer schwer verletzt? Wann ist der Sieger eines Rennens wegen seiner Hautfarbe geschmäht worden?

Die Antwort ist: Im Laufsport kommen diese Dinge nicht vor. Der Laufsport ist mit seiner weltweiten Strahlkraft und seinen persönlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen der Ausdruck für ein gemeinsames und friedvolles Miteinander, unabhängig von Nation, Religion und Hautfarbe. Der Vienna City Marathon sowie alle nationalen und internationalen Laufsportveranstaltungen sind der Beweis dafür. Selbstverständlich werden negative Ausprägungen der Gesellschaft auch im Laufsport sichtbar – Betrug, Doping, rücksichtsloses Verhalten, Medikamentenmissbrauch.

Um die positiven Seiten des Laufsports hervorzuheben, hat der Vienna City Marathon die Initiative „Clean Running – Für Fairness im Sport“ gestartet. Die Kommentare vieler Unterzeichner zeigen, welche Herzensangelegenheit das für die Lauf-Community ist: „Laufen ist der schönste Sport der Welt, und das soll auch so bleiben!“ – „Es gibt 2 Möglichkeiten um schnell laufen zu können: Die erste ist durch hartes Training. Die zweite nicht akzeptabel.“ – „There is no excuse for Doping. There never was, there will never be.” – „Laufen ist pure Lebensfreude, da gehört ‚Raubbau’ am eigenen Körper nicht dazu!“ – „Clean Running - .... meinen (unseren) Kindern zu Liebe....“

Es freut mich sehr, dass die Läuferinnen und Läufer diese Initiative so stark und emotionell angenommen haben. Das ist ein wichtiges Signal der Laufszene. Wer etwas anderes vertritt, steht im Abseits. Im Mittelpunkt aber steht die persönliche Freude am Sport. Wenn im kommenden Frühjahr Zehntausende Teilnehmer bei den großen österreichischen Laufveranstaltungen unterwegs sind, kommt genau das zum Ausdruck.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies im Internet tun unter:
www.vienna-marathon.com

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net