Wanjiru gegen Haile

Wanjiru: Keine WM, aber zum Berlin-Marathon

Samuel Wanjiru will den Berlin-Marathon laufen. Doch ein taktisches Rennen könnte Hailes Weltrekordjagd behindern.

Samuel Wanjiru

Marathon-Olympiasieger Samuel Wanjiru in London.

Bild: Victor Sailer/Photo Run

Marathon-Olympiasieger Samuel Wanjiru hat seinen Start bei der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) abgesagt, aber will unbedingt beim Berlin-Marathon am 20. September an den Start gehen: „Ich habe mein Programm bereits auf den Berlin-Marathon ausgerichet“, sagt der Kenianer.

Wanjiru, im April Sieger beim diesjährigen London-Marathon mit dem Streckenrekord von 2:05:09 Stunden, kündigte an, in Berlin die Bestmarke von Haile Gebrselassie von 2:03:59 Stunden knacken zu wollen, die dieser dort letztes Jahr aufgestellt hatte.

„Wir können zur Zeit nicht bestätigen, dass er startet, aber es gibt einen Kontakt, der aber nicht von uns aus ging“, kommentierte Thomas Steffens, Leiter Unternehmenskommunikation bei der veranstaltenden SCC-RUNNING Events GmbH, zunächst nur knapp die Ankündigung des 22-jährigen Nachwuchsstars. „Es liegt nicht in unserem Interesse, der WM die Stars abzuwerben, zumal SCC-RUNNING in die Wettkampf-Organisation eingebunden ist mit der technischen Ausrichtung der Marathon- und Geher-Wettbewerbe. Doch wenn die Läufer auf uns zugehen, können wir das natürlich nicht verhindern“, so Steffens.

Pikanterweise hat der Veranstalter nämlich schon letzte Woche den neuerlichen Start des Weltrekordlers Haile Gebrselassie vertraglich abgesichert, und dem Laufidol aus Äthiopien wird es nicht recht sein, gegen Wanjiru antreten zu müssen. Denn in einem direkten Aufeinandertreffen der beiden derzeit besten Marathonläufer der Welt würde ein neuerlicher Angriff auf den Weltrekord vermutlich taktischen Spielereien geopfert werden.