Athen-Marathon 2013

Vorjahressieger will Streckenrekord brechen

Beim Athen-Marathon will Raymond Bett, Sieger 2011 und 2012, den Streckenrekord von 2:10:55 Stunden angreifen. Eine Zeit unter 2:10 Stunden wäre auf dem schweren Athener Kurs eine Sensation.

Raymond Bett greift beim Athen-Marathon Streckenrekord an Jörg Wenig 1

Raymond Bett möchte am Sonntag zum dritten Mal den Athen-Marathon gewinnen, dessen Ziel sich im historischen Panathinaikon-Stadion befindet.

Bild: photorun.net

Die Tage als Marathonzeiten unter 2:10 Stunden für Schlagzeilen sorgten sind eigentlich längst vorbei. Doch für die griechische Hauptstadt gilt das nicht. Wenn es am Sonntag beim 31. Athen-Marathon erstmals eine Zeit unter 2:10 Stunden geben würde, wäre das eine kleine Sensation. Denn hier handelt es sich um das Marathon-Original. Seit den ersten Olympischen Spielen 1896 führt die Strecke des Klassikers von der kleinen Stadt Marathon die Hügel hinauf und wieder hinab nach Athen, wo das alte Panathinaikon-Stadion ein spektakuläres Ziel bietet.

Den aktuellen Streckenrekord hält der Olympiasieger von 2004: Der Italiener Stefano Baldini lief vor neun Jahren in 2:10:55 Stunden zur Goldmedaille. Diese Zeit erreichte er damals im Athener Hochsommer. Am Sonntag wird es deutlich kühler sein, obwohl die Vorhersagen auf gut 20 Grad Celsius deuten, was immer noch sehr warm wäre für ein Marathonrennen. Doch der Titelverteidiger und Veranstaltungs-Rekordler Raymond Bett glaubt, dass er den Baldini-Rekord brechen kann. Der für die Topathleten in Athen zuständige marokkanische Manager Rachid Bin Meziane spekuliert sogar auf noch mehr: die erste Zeit unter 2:10.

„Ich hoffe, dieses Mal schneller zu sein“, sagte Raymond Bett, der den Athen-Marathon bereits zweimal gewonnen hat und dabei jeweils Veranstaltungsrekorde aufstellte. 2010 lief er 2:12:40, vor einem Jahr gewann er mit 2:11:35. „Es ist ein sehr, sehr harter Kurs mit vielen Hügeln. Und dann kommt das Bergabstück nach Athen. Aber ich bin jetzt in besserer Form als vor einem Jahr. Ich habe viel in hügeligem Gelände trainiert und zudem gute Tempoläufe absolviert“, sagte der 29-jährige Titelverteidiger, der seine Bestzeit im Frühjahr beim Metro Group Marathon Düsseldorf auf 2:10:50 Stunden steigern konnte.

Raymond Bett hat auch seinen eigenen Tempomacher mit nach Athen gebracht. David Kisangs persönliche Bestzeit im Marathon ist mit 2:08:54 Stunden sogar fast zwei Minuten schneller als die von Bett. Die beiden kennen sich gut. „Wir haben in Iten zusammen trainiert“, sagte Bett, der hofft, dass Kisang ihn bis zur 30-km-Marke führen kann. Das wäre kurz vor dem höchsten Punkt der Strecke, der bei 32 km liegt. „Wenn wir die erste Hälfte in 65 Minuten laufen, dann ist es möglich, den Streckenrekord von Baldini zu brechen“, erklärte Bett, für den es eine besondere Motivation ist, die Strecken-Bestzeit eines Olympiasiegers anzugreifen.

Kisang lief seine persönliche Bestzeit 2010 beim Chunchon-Marathon, nachdem er sich als Tempomacher entschlossen hatte, das Rennen zu Ende zu laufen. Doch derartiges plant er am Sonntag auf keinen Fall: „Nein, ich bin dieses Mal nur als Tempomacher hier. Denn Anfang Januar laufe ich einen Marathon, für den ich jetzt trainiere.“

Wie Raymond Bett erzählte, wundern sich einige seiner Landsleute in Kenia, warum er immer wieder auf der schweren Strecke in Athen Marathon läuft. „Ich sage ihnen dann: Athen ist der Ursprung des Marathons. Die Olympischen Spiele begannen hier. Deswegen mag ich Athen und komme immer wieder hierher zurück. Dies ist ein legendäres Rennen.“

Ein Läufer, der die Strecke sehr gut kennt und in Athen vor neun Jahren eine sensationelle Leistung zeigte, ist als Ehrengast in der Stadt: Meb Keflezighi. Der US-Silbermedaillengewinner von Olympia 2004 musste sich damals zwischen einem 10.000-m-Start und dem Marathon entscheiden. „Ich hatte schlaflose Nächte, weil ich nicht wusste, welche Strecke ich rennen sollte. Dann habe ich mich aufgrund der geschichtlichen Situation mit dem Marathon in Athen für die lange Distanz entschieden“, erzählte Keflezighi, der am vergangenen Sonntag beim New York-Marathon mit Rang 23 vorlieb nehmen musste. „Es ist eine große Ehre, zurück in Athen zu sein. Ich respektiere die Geschichte des Marathons“, sagte Keflezighi, der 2004 in Athen nach 2:11:29 Stunden im Ziel war.

Neben Raymond Bett gehören am Sonntag unter anderen die Kenianer Paul Kosgei und Bellor Yartor zu den Favoriten. Kosgei kennt den Kurs gut, denn er war im vergangenen Jahr Zweiter mit 2:12:20. Yator ist bereits dreimal unter 2:10 Stunden gelaufen. Vor einem Jahr war der 29-Jährige Fünfter in Kosice mit einer persönlichen Bestzeit von 2:08:39.

Außer Reichweite ist der Frauen-Streckenrekord am Sonntag: Die japanische Olympiasiegerin Mizuki Noguchi gewann das Rennen 2004 nach einem dramatischen Kampf mit Paula Radcliffe in 2:26:20. 2013 kommt die Favoritin aus Äthiopien: Gishu Mindaye Tilahun erzielte ihre Bestzeit von 2:28:30 bei ihrem Sieg in Rotterdam 2006. Ihre Landsfrau Bayush Abebe Shferaw könnte auch eine gute Rolle spielen, obwohl sie bisher lediglich eine Bestzeit von 2:36:16 aufweist.

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