Von Marathon nach Athen

Vorjahressieger erneut beim Athen-Marathon

Titelverteidiger Paul Lekuraa (Kenia) startet am Sonntag beim Athen-Marathon, Favoritin ist die Japanerin Akemi Ozaki.

Tausende von Marathonrennen werden jährlich gestartet, doch es gibt einen, der eine einmalige Stellung hat: Der Athens Classic Marathon, der am Sonntag stattfindet, ist das Original. Hier, auf der Strecke von Marathon nach Athen, begann bei den Olympischen Spielen 1896 die moderne Geschichte des Rennens über die klassische Distanz. Die Legende, auf der der Marathonlauf beruht, ist freilich noch viel älter.

Akemi Ozaki (links) und Takamizawa Masaru mit der gemeinsamen Trainerin Mari Hirata vor einem Plakat, das auf das 2500-Jahr-Jubiläum 2010 hinweist.

Bild: photorun.net

Im nächsten Jahr wird es deswegen in Griechenland ein großes Jubiläum geben: Denn es ist 2010 genau 2.500 Jahre her, dass 490 vor Christus der Bote Pheidippides die Strecke von Marathon nach Athen lief, um den Sieg der Griechen über die Perser zu vermelden. Danach soll er tot zusammen gebrochen sein. 2010 könnte der Athens Classic Marathon aufgrund des einmaligen 2.500-Jahre-Jubiläums zu einem der größten Läufe weltweit über die 42,195 km werden. Für die 27. Auflage der Veranstaltung am Sonntag haben alles zusammen bisher 11.825 Athleten aus rund 50 Nationen gemeldet. Unter ihnen sind 5.610 Marathonläufer.

Bei den Männern wird mit Paul Lekuraa der Vorjahressieger am Start sein. Der 37-jährige Kenianer hatte im vergangenen Jahr in einer Spurtentscheidung im historischen Athener Panathinaikon-Stadion das Rennen gegen seinen zeitgleichen Landsmann Julius Kiprotich gewonnen. Mit 2:12:42 Stunden hatten die beiden einen Veranstaltungsrekord aufgestellt. Den Streckenrekord auf dem schweren Kurs hält der Italiener Stefano Baldini, der 2004 in 2:10:55 Stunden Olympiasieger wurde.

„Ich glaube, ich bin in besserer Form als vor einem Jahr“, sagt Paul Lekuraa, der 2008 mit einem Handikap an den Start gegangen war. Erst am Abend vor dem Rennen war er in Athen eingetroffen, weil das Einreisedatum auf seinem Visum verwechselt worden war. Nach ein paar Stunden Schlaf ging er an den Start und bekam bald Kopfschmerzen. „Ich wollte schon aufgeben, aber in der Schlussphase des Rennens wurde es besser“, erzählt Paul Lekuraa, der in Ngog nördlich von Kenias Hauptstadt Nairobi lebt und dort von dem früheren Marathon-Weltrekordler Paul Tergat trainiert wird.

In diesem Jahr ist die unmittelbare Vorbereitung auf den Athens Classic Marathon wesentlich komfortabler für Paul Lekuraa. Der Kenianer traf bereits am Donnerstag in Athen ein. Während Lekuraa seine Bestzeit im vergangenen Jahr in Athen aufstellte, sind am Sonntag sieben Läufer im Rennen, die anderswo auf leichteren Strecken schon schneller waren als der Titelverteidiger. Zu den schärfsten Konkurrenten des Läufers mit der Startnummer 1 zählen seine Landsleute John Birgen (Bestzeit: 2:09:08), Philemon Rotich (2:10:26) und Eric Nzioki (2:10:34). Zudem ist mit Takamizawa Masaru (2:12:10) ein Japaner im Rennen.

Takamizawa Masaru hat dabei die gleiche Trainerin wie die Favoritin des Athens Classic Marathons: Auch Akemi Ozaki wird von Mari Hirata trainiert. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise werden Japans Top-Marathonläufer immer von Männern gecoacht. „Es ist aufgrund der Historie etwas besonderes, in Athen Marathon zu laufen – da ist auch die schwere Strecke egal“, sagt Akemi Ozaki, die erst im August beim Sapporo-Marathon ihre Bestzeit von 2:27:23 Stunden aufgestellt hat. Sie trifft am Sonntag unter anderen auf die Äthiopierinnen Zebenay Moges (PB: 2:31:14), Yeshanbel Abinet (2:33:22) und Asnakech Egigayehu (2:33:32).

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