London-Marathon 2013

Verrücktes Anfangstempo im Männer-Rennen

Mit einem unglaublichen Anfangstempo starteten die Männer beim London-Marathon 2013 und lagen sogar bis Kilometer 30 auf Weltrekordkurs.

London-Marathon 2013

Die Männergruppe beim London-Marathon 2013 erreichte die Halbmarathon-Marke nach 61:34 Minuten.

Bild: Thomas Wenning

Bei sehr guten Wetterbedingungen – windstill, sonnig und Temperaturen von anfangs 10 Grad – während der Elite-Rennen begann der Lauf der Männer mit einem unglaublichen Tempo. Doch die „Hasen“ und die Stars in der ersten Gruppe übertrieben es. Nach 14:22 Minuten waren die ersten fünf Kilometer gelaufen – dieses Tempo ist gut, um eine der besten je gelaufenen Zeiten über 25 km zu erzielen! Auf die Marathondistanz hochgerechnet, ergibt eine solche Zwischenzeit 2:01:14 Stunden. Der Weltrekord von Patrick Makau (Kenia) steht bei 2:03:38. Es schien fast, als wollten die Läufer einen Angriff in Richtung zwei Stunden unternehmen.

Patrick Makau war einer der wenigen Favoriten, der dieses Tempo nicht mitging. Doch er hatte offenbar trotzdem Probleme und kam am Ende nicht über Rang elf in 2:14:10 hinaus. Geoffrey Mutai, ein anderer großer kenianischer Favorit, war in der Führungsgruppe. Doch nachdem der Boston-Marathon-Streckenrekordler (2:03:02 Stunden/Strecke nicht rekordtauglich) zurückgefallen war, ging er vor der 35-km-Marke aus dem Rennen.

Auf dem zweiten 5-km-Abschnitt war das Tempo nur wenig langsamer, so dass die Spitzengruppe diesen Punkt nach 28:56 Minuten erreicht hatte. Bis zum Halbmarathon (61:34) beruhigte sich die Tempojagd etwas. Der Olympiasieger Stephen Kiprotich (Uganda) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwölf Sekunden Rückstand. Acht Läufer plus Tempomacher waren in der ersten Gruppe. Als dann bei 25 km die „Hasen“ aus dem Rennen gingen, setzten sich Emmanuel Mutai, Stanley Biwott (beide Kenia) sowie Feyisa Lilesa und Ayele Abshero (beide Äthiopien) ab. An der 30-km-Marke (1:27:49) war das Quartett immer noch auf Kurs für einen Weltrekord. Doch in der Folge wurde das Tempo an der Spitze deutlich langsamer, was zu einem in dieser Phase ungewöhnlich häufigen Führungswechsel führte. Zunächst setzte sich der Paris-Marathon-Sieger des Jahres 2012, Stanley Biwott, nach rund 33 km ab. Emmanuel Mutai hielt jedoch den Abstand konstant auf sechs Sekunden. Als Biwott langsamer wurde, übernahm Emmanuel Mutai zwischen 36 und 37 km die Führung. Es sah alles nach seinem zweiten London-Triumph nach 2011 aus, doch es kam anders. Der Kenianer, der an der 40-km-Marke einen Vorsprung von 49 Sekunden auf den nunmehr schon zweitplatzierten Tsegaye Kebede hatte, brach ebenfalls ein. Kurz hinter dem Big Ben lief der Äthiopier, der in London bereits 2010 triumphiert hatte, vorbei.

„Ich dachte, ich würde gewinnen, aber ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Ich hatte Probleme mit der Hüfte“, erklärte Emmanuel Mutai, während Tsegaye Kebede erklärte: „Ich hatte anfangs leichtes Seitenstechen, aber es wurde später besser. Je näher ich an Mutai herankam, desto stärker fühlte ich mich. Es war ein toller Tag für mich.“ Mit zehn Läufern unter 2:10 Stunden hatte der London-Marathon eine sehr gute Breite in der Spitze.

Kurz vor der Halbmarathonmarke war wie geplant Mo Farah aus dem Rennen gegangen. Der britische Doppel-Olympiasieger (5.000 und 10.000 m) lief bis dahin in der Spitzengruppe mit. Im nächsten Jahr will er in London sein Marathondebüt rennen, heute ging es darum, Erfahrungen in einem solchen Feld zu sammeln. „Die Begeisterung an der Strecke war einfach unglaublich. Du wirst mitgerissen, aber ich musste mich zurückhalten, denn es war das Rennen der anderen, die einen Marathon liefen. Die größte Herausforderung war es, die Trinkflaschen zu erreichen. Ich musste einmal abstoppen und zurücklaufen. Ich muss noch viel trainieren, aber ich freue mich auf mein Marathon-Debüt im nächsten Jahr“, erklärte Mo Farah.

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