10.705 Läufer am Start

Ukrainer siegt beim München-Marathon

Der Ukrainer Maksym Salli in 2:28:11 Stunden und die Schweizerin Luzia Schmid in 2:53:07 siegten beim 24. München-Marathon.

München Marathon 2009

Das Feld in der Münchener Innenstadt.

„Es war auf jeden Fall sehr spannend, sowohl an der Spitze des Männer- wie Frauenfeldes“ meinte Gernot Weigl, Veranstalter des München-Marathons, hinter dem imposanten Zieleinlauf im altehrwürdigen Olympiastadion. Er meinte damit die Marathondistanz, auf der bei den Männern lange vier Läufer gemeinsam an der Spitze lagen und sich erst bei Kilometer 40 der für den SC DHFK Leipzig startende Ukrainer Maksym Salli von seinen Konkurrenten lösen konnte. Salli lief als Erster ins weite Stadionrund ein und schließlich vor der Haupttribüne des Stadions nach 2:28:11 Stunden über die Ziellinie.

„Das war erst mein dritter Marathon und natürlich eine Bestzeit“, lachte der 27-jährige und genoss sichtlich den überraschenden Sieg. Zweiter wurde der erst 22-jährige Dennis Mehlfeld aus Lübeck, der nur 32 Sekunden zurücklag und von seiner Platzierung ebenfalls sehr überrascht schien. Dritter dann der Italiener Adriano Pinamonti in 2:28:56 Stunden, der hatte auch erst auf den letzten zwei Kilometer abreißen lassen müssen. Alles keine Spitzenzeiten, denn Weigl war seinem Konzept treu geblieben und hatte auch in diesem Jahr kein Geld für Topathleten ausgegeben. Auf „100.000 Euro und mehr“ bezifferte der Veranstalter die Gesamtinvestition, wenn er Zeiten im Rahmen des Streckenrekords (2:09:46, Michael Kite im Jahr 2000) wieder anpeilen wollte, „und das Geld ist einfach nicht da, beziehungsweise bin ich nicht bereit zu investieren“ betonte Weigl noch einmal. Sein eigenes Konzept der „Local Heroes“, das die Förderung der bayerischen Laufelite vorsieht, wäre im Frauen-Rennen nahezu aufgegangen, denn die Münchnerin Bianca Meyer lieferte sich lange mit der Schweizerin Luzia Schmid einen harten Fight, den die 35-jährige Eidgenossin aus Thurgau schließlich in 2:53:07 Stunden vor der gleichaltrigen Münchnerin (2:54:32) aber doch noch recht deutlich gewann.

Mit 6.472 Meldungen bewegte sich die Teilnehmerzahl des Marathons auf Vorjahresniveau, ein gutes Ergebnis eingedenk der Tatsache, dass viele andere Marathons gerade Teilnehmer an die kürzeren Laufdistanzen verlieren. In München gibt es ein solches kürzeres Streckenangebot inzwischen ja auch, entweder im Rahmen einer Marathonstaffel (5 Läufer) oder eines 10-km-Laufs. An dem Staffelwettbewerb nahmen dieses Jahr 327 Staffeln teil (1.635 Teilnehmer) und am 10-km-Lauf 2.598 Läuferinnen und Läufer, das war ein deutlicher Teilnehmerrekord (2008: 2.310).

Und auf der kurzen Distanz war auch jede Menge „Prominenz“ am Start. 10000-m-Europameister Jan Fitschen lief nach langer Verletzungspause zwar nur mit seinem Bruder in 54 Minuten mit, aber an der Spitze machte Sebastian Hallmann vom Start weg Druck und es verwunderte nicht, dass der mehrfache Deutsche Meister souverän nach „lockeren“ 31:30 Minuten als Sieger ins Ziel is Olympiastadion einlief. „Ein Trainingslauf, mehr nicht,“ meinte Hallmann, der für die LG Stadtwerke München startet, doch man sah ihm an, dass er mit dem Formtest für die anstehende Cross-Saison sehr zufrieden schien.

Bei den Frauen waren sogar zwei Läuferinnen der deutschen 10-km-Top Ten am Start, die Passauern Julia Viellehner sowie die Münchnerin Ingalena Heuck. So lautete schließlich auch die Reihenfolge im Ziel, Viellehner in 35:07 vor Heuck in 35:47 Minuten. „Da freut sich doch die ganze Familie“ ließ Julia Viellehner bei der Siegerehrung verlauten und zeigte dabei auf Ihren Bruder Raphael, der bei den Mänern in 32:17 Minuten Platz zwei belegt hatte.

Im kommenden Jahr feiert der München-Marathon sein 25-jähriges Jubiläum und Gernot Weigl deutete schon an, dass er zwar weiter auf das „bayerische Flair“ der Veranstaltung setzen wird, aber auch „die eine oder andere Überraschung“ präsentieren wird. Hoffentlich nicht, was das Wetter betrifft, denn da hatte Weigl auch dieses Jahr – wie jedes der vergangenen Jahre - gewaltig Glück. Der angekündigte Regen blieb komplett aus, was vor allem für die Stimmung an der Strecke wichtig war.