5. Leipziger Wintermarathon 2014

Überraschung beim kleinen Jubiläum

Den Leipziger Wintermarathon gibt es seit fünf Jahren. Das Besondere daran: Nicht der einzelne Läufer, sondern das Team zählt. So gab es 2014 eine Überraschung.

22012014 5. Leipziger Wintermarathon 2014 Highlight

Das Sieger-Team bei den Frauen: Kein Wintersch(l)af.

Bild: Peter Detlefsen

Die Bedingungen hätten besser kaum sein können, als am Samstag, dem 18. Januar 2014, zum kleinen Jubiläum beim 5. Leipziger Wintermarathon 73 Teams à 3 Läufer an den Start gingen. Temperaturen um 7 Grad und herrlicher Sonnenschein sorgten für eine ausgelassene Stimmung bei Teilnehmern, Helfern und Zuschauern. Das Besondere am Wintermarathon ist: Nicht die Zeit des schnellsten, sondern des langsamsten Läufers im Team ist entscheidend. Da ein Team außerdem geschlossen die Ziellinie überqueren muss, ist es wenig sinnvoll, getrennt zu laufen.

An der Spitze ergab sich von Anfang an ein sehr spannendes Rennen. Mit den “Eiseiligen” um Lars Rößler, dem amtierenden deutschen Meister über 50 km, dem Team “Holzmichel & Co.” (unter anderem mit dem mehrfachen Rad-Vize-Europameister und (Masters) Radsport-Nationalkader Torsten Kunath) und den sehr ausgeglichenen Teams “Die schlitternden Halunken” und “Drei Asse trumpfen auf” machten sich gleich vier Mannschaften auf den Weg, eine Zeit unter der magischen Drei-Stunden-Marke zu laufen.

Das Team "Die Eiseiligen" um den amtierenden deutschen Meister über 50 km Lars Rößler, hier noch in Führung. Später belegen sie den vierten Platz.

Bild: Peter Detlefsen

Doch beim Wintermarathon müssen alle drei Mannschaftsmitglieder gemeinsam die Strecke bewältigen; die Zeit wird erst beim Dritten im Bunde gestoppt. Das bekamen die Eiseiligen deutlich zu spüren. Nachdem sie sich zunächst einen relativ deutlichen Vorsprung erlaufen hatten, mussten sie für einen Ihrer Mitstreiter das Tempo drosseln. Dadurch fielen sie dann letztlich auf Platz vier zurück.

Gewinnen konnten so am Ende die “Die schlitternden Halunken” mit Christian Wagner, André Hopf und Philipp Sogl in einer für die Jahreszeit sehr starken Zeit von 2:55:30 Stunden, gefolgt von “Holzmichl & Co.” (Steffen Großer, Torsten Kunath, Holger Zander) in 2:59:48. Auf den dritten Platz kamen “Drei Asse trumpfen auf “ (Marcel Haft, André Fischer, Michael Tümmler) in 03:00:27 h. Da die Strecke offiziell vermessen und der Wintermarathon beim Deutschen Leichtathletik Verband gemeldet ist, dürften diese Zeiten in den aktuellen Jahresbestenlisten relativ weit vorne rangieren.

Bei den Frauen und den gemischten Teams war die Entscheidung um den Sieg nicht ganz so eng. In beiden Wertungen setzten sich jeweils zwei Mannschaften deutlich ab. Bei den Frauen gewann “Kein Wintersch(l)af” (Adelheid Nöbel-Schultz, Kerstin Schumann, Susann Lux) in 3:58:03 vor den “Auewaldhexen” (Ines Freistedt, Angela Graf, Kathrin Markowski) und den “Ultramiezen” (Silke Stutzke, Heike Bergmann, Alexandra Martin). Den Sieg in der Mixed-Wertung (und zugleich den fünften Platz der Gesamtwertung) sicherten sich in 3:07:31 “Die Schönen und das Biest” (Nora Kusterer, Martin Grund, Tobias Henkel) aus Jena vor “Eisvögel Havel-Pleiße” (Arnd Zapletal, Annette Sturm, Ralf Ronneburger) und den Lokalmadatoren “Bogen plus Pfeil” (Christoph Fünfstück, Carina Schipp, Gregor Bogen).

22012014 5. Leipziger Wintermarathon 2014 Artikel 2

Bild: Peter Detlefsen

Freiwillige Helfer unterstützten die Läufer entlang der Strecke.

Eine weitere Besonderheit des Wintermarathons sind die Sonderwertungen, für die jeweils das Alter der Teammitglieder summiert wird - einerseits unter 90 (U90) und andererseits über 150 Jahre (Ü150). Die U90-Wertung ging an “Drei Asse Trumpfen auf” (die Dritten der Gesamtwertung), während die Ü150 an die “Dresdner Trolle” (Christian Kürten, Hans-Albert Müller, Matthias Probst) fiel, die mit 3:25:35 h auf den neunten Platz insgesamt kamen.

Seit dem ersten Wintermarathon backen die Mitglieder der veranstaltenden LG eXa im Vorfeld Kuchen, der dann mit Kaffee und Kaltgetränken kostenfrei angeboten wird. Dafür wird im Gegenzug um eine Spende für einen gemeinnützigen Verein gebeten. Dieses Jahr konnten 547,66 € an das sozialpsychiatrische Zentrum “Das Boot e.V.” in Leipzig übergeben werden. Andreas Schulze, der für “Das Boot“ die Spende entgegennahm, war überwältigt von der Spendenfreudigkeit der Läuferinnen und Läufer. Er versicherte, dass das Geld für die psychosoziale Betreuung dringend benötigt wird.