Athen-Marathon 2015

Trotz griechischer Krise neuer Teilnehmerrekord

Mit Christoforos Merousis siegt zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wieder ein Grieche beim historischen Athen-Marathon.

Christoforos Merousis siegt in Athen

Christoforos Merousis ist der erste griechische Sieger des Athen-Marathons seit dem Jahr 2000.

Bild: AMA / Konstantinidis

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 gab es beim Athen-Marathon einen griechischen Sieger, was damit zu tun hatte, dass die Veranstalter aufgrund der wirtschaftlichen Situation bei der 33. Auflage des Rennens auf ein internationales Elitefeld verzichtet hatten. Christoforos Merousis hatte bereits auf den ersten Kilometern nach dem Start in Marathon die Führung übernommen. Bei warmem Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad Celsius lief er nach 2:21:22 Stunden ins Ziel im alten Athener Olympiastadion. Auch die nächstplatzierten Läufer kamen aus Griechenland: Dimitros Theodorakakos wurde Zweiter in 2:27:03, Rang drei belegte Dimosthenis Evangelidis mit 2:27:28.

Schnellste Frau war auf der klassischen, schweren Route die Japanerin Minori Hayakari mit 2:52:06. Sie war im vergangenen Jahr ihr Marathon-Debüt in Athen gelaufen und hatte damals Rang neun mit 2:53:43 belegt. Auf den Plätzen zwei und drei folgten griechische Läuferinnen: Ourania Rebouli lief 2:54:32, Magdalini Gazea war nach 2:55:35 im Ziel.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns trotz der Krise gelungen ist, mit dem Athen-Marathon ein Fest des Laufsports zu organisieren. Wenn ich hier bei dem Rennen die vielen Menschen anschaue, sehe ich nur fröhliche Gesichter. Wir werden den Athen-Marathon weiter als eine bedeutende Veranstaltung für die griechische Gesellschaft entwickeln“, sagte Kostas Panagopoulos, der Präsident des griechischen Leichtathletik-Verbandes. „Jahr für Jahr wird der Athen-Marathon weiter wachsen.“

Athen-Marathon 2015 unter staatlicher Finanzkontrolle

„Es ist das erste Mal, dass wir den Marathon veranstalteten und dabei unter einer staatlichen Finanzkontrolle stehen“, erklärte Kostas Panagopoulos. „Dadurch hatten wir enorme Schwierigkeiten in der Vorbereitung des Rennens. Aber wir haben sie überwunden und haben unser Ziel erreicht, den Athen-Marathon als ein Laufsport-Event mit globaler Bedeutung zu sichern.“

Wie Kostas Panagopoulos versichert, wollen die Veranstalter im nächsten Jahr wieder ein internationales Elitefeld nach Athen holen. „Wir mussten in diesem Jahr Kürzungen vornehmen. Wir werden aber unseren bisherigen Weg in der Zukunft weitergehen und 2016 wieder Topathleten am Start haben“, sagte der SEGAS-Präsident, der überrascht war über den deutlichen Teilnehmerrekord. „Wir hatten die Befürchtung, dass aufgrund der Situation die internationalen Läufer ausbleiben könnten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Das internationale Kontingent ist um 30 Prozent gestiegen.“

Makis Asimakopoulos, der Veranstaltungs-Chef des "Athens Marathon. The Authentic", glaubt, dass es mittelfristig möglich sein könnte, bis zu 20.000 Marathonläufer starten zu lassen. „Wir hoffen, dass wir in drei Jahren die entsprechende Infrastruktur für ein solches Teilnehmerfeld haben“, sagte Makis Asimakopoulos, der das Rennen noch weiter stärken will. „Wir haben aufgrund der Historie eine einzigartige Position. Deswegen müssen wir den Athen-Marathon zum besten der Welt machen.“

Ausnahmestellung für den Athen-Marathon

In der Entwicklung der letzten zehn Jahre haben die Athener Organisatoren auch vom Wissen ausländischer Laufsport-Veranstalter profitiert. Darunter ist der Gründer des Berlin-Marathons, Horst Milde, der seit 2005 nach Athen kommt. „Das war heute für mich eine Art Wiedergeburt des Athen-Marathons. Das Rennen ist jetzt bei der Bevölkerung angekommen. Es gab Standing Ovations für die Läufer, es war eine begeisternde Stimmung. Zudem ist die Organisation inzwischen so gut, dass andere Veranstalter von Athen lernen können“, erklärte Horst Milde und fügte hinzu: „Der Athen-Marathon hat die Stadt Marathon als Startort und das Panathinaikon-Stadion als Ziel – was will man mehr? Dieser Lauf kann in der Zukunft der Marathon schlechthin werden.“

Die Ausnahmestellung des Athen-Marathons stellt auch der Präsident der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS), Paco Borao, heraus. Der Spanier erklärte in Athen: „Aufgrund des einmaligen historischen Hintergrundes ist der Athen-Marathon das Rennen, das jeder Marathonläufer in seinem Leben einmal gelaufen sein muss. Ich kann das jetzt auch deswegen so überzeugend sagen, weil ich im vergangenen Jahr hier selber Marathon gelaufen bin.“ Paco Borao sagte, die steigenden Teilnehmerzahlen seien ein gutes Zeichen. „Das zeigt, dass hier gute organisatorische Arbeit geleistet wird. Ich freue mich, dass es für den Athen-Marathon weiter aufwärts geht. Und wir bei AIMS unterstützen dieses Rennen.“

Weiterlesen

Seite 1 von 2
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Best Marathon Runner of the Year Awards 2015

Athen-Marathon 2015:

Athen-Marathon und AIMS-Gala 2015