Drei Tote und viele Verletzte

Terroranschlag stoppt Boston-Marathon 2013

Ein Terroranschlag hat die 117. Auflage des Boston-Marathons nach vier Stunden gestoppt. Es gab drei Tote und über 140 Verletzte.

Boston-Marathon 2013 - Die Fotos

Ein Terroranschlag hat am Montagnachmittag die 117. Auflage des Boston-Marathons gestoppt. Bei zwei Bombenexplosionen auf der Zielgeraden des Rennens in der Boylston Street kamen drei Menschen ums Leben. Mindestens 140 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Als die Bomben nach rund 4:09 Stunden Laufzeit explodierten, war die Zielgerade voller Läufer.

Zum Zeitpunkt der Explosionen seien bereits 17.584 der insgesamt 23.326 Läufer im Ziel gewesen, gaben die Organisatoren an. Etwa 500.000 Zuschauer hatten das sportliche Ereignis verfolgt. Viele von ihnen eilten in die Krankenhäuser, um Blut für die Verletzten zu spenden.

Das Läuferfeld auf der letzten Meile wenige Minuten vor dem blutigen Anschlag.

Bild: Thomas Wenning

US-Präsident Obama verurteilte in einem Statement die Tat und sprach den Opfern sein Beileid aus. „Wir kennen noch keine Hintergründe für diese sinnlose Tat. Wir wissen nicht, wer das gemacht hat und warum. Deswegen sollten wir keine voreiligen Schlüsse ziehen. Aber wir werden es herausfinden“, sagte Barack Obama. Nie zuvor gab es einen Bombenanschlag bei einer Laufveranstaltung.

Wie ein Polizeisprecher erklärte, gab es um 14.50 Uhr zwei fast simultane Explosionen. Die eine war knapp 50 Meter und die andere rund 100 Meter vom Ziel entfernt, jeweils neben der Laufstrecke, wo viele Zuschauer standen. Offenbar sind dadurch auch hauptsächlich Zuschauer unter den Verletzten. Später wurden noch weitere verdächtige Gegenstände gefunden und vorsichtshalber gesprengt. Entgegen erster Berichte habe es sich dabei aber nicht um Bomben gehandelt. Um mögliche Fernzündungen weiterer Bomben zu verhindern, wurde das Mobilfunknetz in Boston abgeschaltet. Zudem wurde eine Flugverbotszone über der 625.000-Einwohner-Stadt eingerichtet. Die Menschen wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben oder zurück in ihre Hotels zu gehen. Bombensuchtrupps durchkämmten die Stadt.

Da im Zielbereich viele medizinische Hilfskräfte für die Läufer bereit stehen, konnten die Opfer schnell versorgt werden. Die Polizei löste die Menschenansammlungen auf und begann damit, abgestellte Tüten und Pakete zu kontrollieren, um nach möglichen weiteren Sprengsätzen zu suchen. Während das Zielgebiet verheerend aussah, wurden die noch auf der Strecke befindlichen Läufer umgeleitet. Wie die Polizei erklärte, gab es keine Warnung für eine solche Tat.

Die Veranstalter des London-Marathons, der am kommenden Sonntag stattfindet, zeigten sich schockiert und drückten in einer Erklärung den Betroffenen ihr Beileid aus. Wie die Londoner Polizei in der Mitteilung bestätigte, gibt es für das Rennen am Sonntag einen Sicherheitsplan, der nunmehr in Kooperation mit den Veranstaltern noch einmal überprüft werden wird.

Die Veranstalter des Hamburg-Marathons, der ebenfalls am 21. April gestartet wird, schreiben auf der Veranstalter-Homepage: "Wir stehen in engem Kontakt mit der Innenbehörde, die prüft, ob gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des Haspa Marathon Hamburg ergriffen werden. In jedem Fall wird die Veranstaltung am kommenden Wochenende wie geplant stattfinden."

Organisator Frank Thaleiser berichtete, dass bereits am Morgen nach dem Anschlag in Hamburg Polizei, Innenbehörde und Verfassungschutz getagt hätten und ihrer Ansicht nach kein erhöhtes Sicherheitsrisiko für den Marathon bestände. Auf Spiegel online betonte er: "Wir prüfen derzeit, ob wir die Veranstaltung durch zusätzliche Maßnahmen sichern können. Die Laufstrecke wird die Woche über ganz genau überwacht. Aber wir können am Wochenende nicht die ganze Stadt mit Bombenspürhunden durchkämmen oder während des Wettkampfs an jeder Stelle der 42 Kilometer einen Polizei- oder Sicherheitsbeamten postieren. Vielleicht würde es das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, wenn wir im Zieleinlauf 100 Polizisten aufstellen würden. Doch wirklich geholfen ist damit niemandem."

Trotz der Anschläge in Boston will Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) beim Hamburg-Marathon an den Start gehen. Für den Minister gelte das Motto «Jetzt erst recht», erklärte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag. Daniel Bahr will den kompletten Marathon laufen.

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